Todesfälle beim Laufsport

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Todesfälle beim Laufen und Marathon
Die zunehmende Unvernunft beim Laufsport
(27.6.2007, aktualisiert 16.7.2008 und 20.10.2009 von Herbert Steffny)

Konsenspapier von Sportmedizinern und DLV (10.9.2007)

Berglaufdrama: Zwei Tote beim Zugspitz-Berglauf (13.7.2008)

In Deutschland gab es alleine im Jahr 2007 bis September bereits acht Todesfälle bei verschiedenen Laufveranstaltungen. In den USA gibt die Non Profit Organisation Running USA 0,8 Tote auf 100.000 Marathon Finisher an. Dort gibt es durchschnittlich vier bis sechs Tote bei allen Marathons pro Jahr. Einerseits wird es bei einem Massenphänomen wie einem großen City Marathon wie in Berlin selbstverständlich rein statistisch schon wahrscheinlicher, dass unter 30.000 Menschen innerhalb von sieben Stunden jemand stirbt, andererseits beruhen die meisten Fälle auf Unvernunft und wären vermeidbar gewesen: nämlich unerkannte Herzfehler und Laufen mit Infekt bei Fieber. Bei den großen Laufveranstaltungen und Extremrennen (siehe Berglaufdrama mit zwei Toten an der Zugspitze oder Todesfälle beim Sahara Marathon) trauen sich heute neben gut vorbereiteten und vernünftigen Athleten immer mehr Freizeitläufer an den Start, die offenbar sehr naiv, leichtsinning oder überehrgeizig die einfachsten vier Regeln nicht kennen:

  • Laufe keinen Wettkampf und schon gar keinen Marathon, Ultra- oder Extremrennen ohne ordentliches Training! Eineinhalb besser zwei Jahre regelmäßiges Training sind für einen Marathon nötig.
  • Laufe niemals, auch nicht im Training, wenn Du Fieber hast! Du kannst mehr als Dein Startgeld für den Wettkampf verlieren!
  • Lass Dein Herz bevor Du mit dem Laufen beginnst und auch zwischendurch jährlich regelmäßig checken!
  • Respektiere durch angemessene und vorsichtige Renneinteilung, Verpflegung, Trinkverhalten, Bekleidung und Ausrüstung die bis hin zum Todesrisiko reichenden Gefahren eines Hitzerennens oder Extremberglaufs im Hochgebirge!

Früher, als die meisten Läufer noch in Vereinen Mitglied waren, partizipierten sie an dem Know-how der Übungsleiter, Trainer und von erfahrenen Wettkampfläufern. Heute sind Vereinsmitgliedschaften offensichtlich außer Mode gekommen. Quereinsteiger, die vom "Tuten und Blasen" des Laufens offenbar keine Ahnung haben, wohl auch nie ein gutes Laufbuch gelesen haben, auf keinem Vortrag oder Laufseminar waren, keinen Trainingsplan befolgen und auch nie bei einem Lauftreff aufgetaucht sind, stehen plötzlich von falschen Ehrgeiz angetrieben in Berlin, New York oder an der Zugspitze an der Startlinie. Sporthändler berichten mir, dass Kunden sechs Wochen vor einem Marathon sich zum ersten Mal ein paar Laufschuhe besorgen, weil Sie "jetzt so langsam mal mit dem Training anfangen müssten". In New York erzählen mir Debütanten einen Tag vor dem Rennen, dass sie noch nie einen Wettkampf in ihrem Leben gelaufen seien und vortags (also zwei Tage vor dem Start!) ihren ersten langen Lauf über 25 Kilometer absolviert haben.... Da bleibt einem die Luft weg....

Die immer und immer wieder auf den dritten Programmen wiederholte Sport-Seifenoper "Null auf 42", in der die Marathonvorbereitung für einen Großteil der Teilnehmer falsch und viel zu schnell angegangen und dabei regelrecht übers Knie gebrochen wurde, hat leider auch dazu beigetragen, dass sich Übergewichtige, möglicherweise noch mit anderen unerkannten Risikofaktoren gesegnete Normalos plötzlich den (schwierigen New York-) Marathon als den ultimativen Kick raussuchen. Das Drehbuch wurde schon vorher fernsehgerecht auf Einschaltquote geschrieben. Die Teilnehmer und Trainer mutierten zu ausführenden Marionetten der gewünschten und erhofften Dramaturgie. Dass man einigen Teilnehmern besser abgeraten hätte überhaupt in New York zu starten, wäre wohl mehr als vernünftig gewesen, aber das passte wohl nicht so recht ins Konzept. Die Protagonistin "Anna", die von Anfang an hätte walken müssen statt zu laufen, landete vollkommen überfordert beim viel zu früh im Mai eingeplanten Start beim Mainzer Hitze-Halbmarathon beim Notarzt. Hier wurde die Unvernunft in der Sendung unverantwortlich auf die Spitze getrieben. Statt sie vorzeitig rauszunehmen, hat man das TV-Drama fahrlässig weiter inszeniert, was auch tödlich hätte enden können!

Du musst einen Baum pflanzen, einen Sohn zeugen, ein Haus bauen und.... einen Marathon laufen! So möchte ich den Zeitgeist heute etwas überspitzt formulieren. Der leichtfertigen These: "Jeder könnte Marathon laufen!" möchte ich an dieser Stelle auch aus jahrzehntelanger Erfahrung als Lauf- und Marathontrainer vehement widersprechen: Es kann und soll NICHT jeder Marathon laufen! Marathon ist eben kein Sonntagsspaziergang! Leider lassen sich vermehrt Abenteurer ohne den nötigen Respekt vor dieser enormen körperlichen Belastung und den damit verbundenen orthopädischen und kardiovaskulären Risiken auf das (New York-) Marathon-, Ultralauf- (z.B. Sahara Marathon) oder Extrem-Berglauf- Abenteuer ein. Die New York Reise wird dann schon mal sicherheitshalber ein Jahr vorher gebucht, statt einen Marathon erst dann zu laufen, wenn es der Trainingszustand und der Bewegungsapparat zulässt! Diese unerfahrenen Hasardeure erleben dann mehr oder weniger gut trainiert und beraten im einfacheren Falle den "Mann mit dem Hammer", aber spätestens bei Hitzerennen ihr Waterloo, leider bis hin zum Todesrisiko.

Nun bezog auch die Vereinigung "German Road Races" auch zu den Risiken Stellung . Das angesichts der Todesfälle bei Veranstaltungen mit unterschiedlichen Distanzen vorschnell ins Spiel gebrachte gesundheitliche Attest lehnen die GRR-Straßenlaufveranstalter entschieden ab, weil es neben rechtlichen Konsequenzen zu viele Unsicherheitsfaktoren und einen kaum in dem gebotenen Zeitraum zu bewältigenden Verwaltungsaufwand bedeutet. In Frankreich ist ein Attest beispielsweise Usus. Vielmehr fordert German Road Races eine verbesserte gesundheitliche Aufklärung und maßvolle Trainingsvorbereitung innerhalb der Laufkundschaft. "Unsere Veranstalter verlangen zwar in den meisten Fällen bereits in einer zu unterschreibenden Erklärung einen angemessenen Trainingszustand und eine Aussage über den Gesundheitszustand. Das ist uns aber zu wenig!", erläutert GRR-Sprecher Wilfried Raatz die derzeitigen Gepflogenheiten beim Anmeldeprozedere. Künftig möchte German Road Races eine verbindliche Erklärung, dass ein zeitlich nahe am Veranstaltungstermin gelegener Gesundheits-Check bei einem Spezialisten durchgeführt wurde. Entschieden weist allerdings German Road Races eine in den Medien teilweise verbreitete Panikmache zurück. "Das führt allenfalls zu einer unnötigen Verunsicherung und hilft uns in der Sache nicht weiter. Für uns muss eine maßvolle Aufklärung mit flankierenden Maßnahmen im Vordergrund stehen," sagt GRR-Sprecher Horst Milde. "Neben der Eigenverantwortung der Läufer und dem Verantwortungsbewusstsein des Einzelnen als mündiger Bürger bleibt für uns als eine der Hauptaufgaben, die Läufer zu einem adäquaten Training anzuhalten. Ein gesundheitliches Restrisiko wird es trotz aller Sicherheitsmaßnahmen jedoch leider immer geben."

 

Berglaufdrama: Zwei Tote beim Zugspitz-Berglauf

(13.7.2008)

Dramatisches Ende des 8. Internationalen Zugspitz-Extrem-Berglaufes: nach einem Wettersturz sind zwei Menschen an Erschöpfung gestorben. Sechs weitere Läufer kamen mit schweren Unterkühlungen und völlig erschöpft ins Klinikum Garmisch-Partenkirchen. Bei den Toten soll es sich nach ersten Angaben um zwei 41- und 45-jährige Männer aus Ellwangen und Witten gehandelt haben. Das Extremrennen weist 2.100 Meter Höhenunterschied über 16,1 Kilometer vom österreichischen Ehrwald bis zum Ziel in 2.944 Meter zur Tiroler Zugspitzbahn Station auf. Der Streckenrekord liegt bei zwei Stunden und drei Minuten. Fast 600 Läufer waren um 9.00 Uhr bei 15 Grad und Regen gestartet. Der Niederschlag wandelte sich aber mit zunehmender Höhe überraschend zum Schneefall bei eisigem Wind und minus 2 Grad. Viele Teilnehmer starteten in kurzen Hosen und T-Shirts. Die beiden Opfer starben einige hundert Meter unter dem Gipfel an Erschöpfung und Unterkühlung. In den Berghütten spielten sich nach Berichten von Augenzeugen dramatische Szenen ab. Zahlreiche Läufer mussten reanimiert werden. Der Großeinsatz der Rettungskräfte wurde von dem schlechten Wetter erschwert. Von vier angeforderten Hubschraubern konnten sich nur zwei einen Weg durch die dichten Wolken auf die Zugspitze bahnen und die Opfer ins Tal fliegen. Insgesamt waren 80 Helfer von BRK und Bergwacht im Einsatz. Die Sicherheitskräfte nannten es leichtsinnig, bei derart schlechtem Wetter das Rennen nicht abzusagen. Der Veranstalter hatte im Vorfeld die Starter auf die möglichen schlechten Wetterbedingungen hingewiesen.


Kommentar: Berglauf ist kein Sonntagsspaziergang!

Frage ist für mich, warum hat der Veranstalter nicht reagiert und den Lauf in einer verkürzten Strecke wie in der Vergangenheit bereits geschehen angeboten? Das habe ich selbst einmal 1990 beim Danisberglauf in Lenzerheide erlebt als überraschend Schneefall aufkam und es funktionierte bestens. Im letzten Jahr und auch zuvor wurde der Zugspitzlauf angesichts schlechter Witterung schon verkürzt, aber anschliessend soll der Veranstalter von verärgerten Teilnehmern mit Regressansprüchen angegangen worden sein. Dann muss man sich in den Anmeldebedingungen eben den Abbruch oder die Verkürzung des Rennens vorbehalten. Oder bewegen sich veranstaltende Agenturen werbetechnisch selbst am Limit der Vernunft ("Extrem"-Berglauf) und befriedigen damit immer riskantere und verrücktere Bedürfnisse nach gefährlichen Grenzgängen von im Büro-Alltag unterforderten Zeitgenossen? Zeitgleich war übrigens wieder die alljährliche Stierhatz in Pamplona. Was außer der Suche nach dem Kick treibt diese Hundertschaften von "Möchtegern-Torreros" dazu sich von den Stieren durch die Gassen treiben und aufs Horn nehmen zu lassen? Das Rezept "Menschen, Tiere, Sensationen" lockt sensationsgieriges Publikum und natürlich auch die Medien an. Blutige Bilanz: 457 Verletzte, 42 davon im Krankenhaus, Knochenbrüche, Milzrisse, Brustquetschungen und, und, und... 14 Tote seit Beginn der Stierstampede 1924. Wurde hier der Veranstalter jemals verklagt? Heute Zugspitze morgen Pamplona? Würde mich übrigens nicht wundern, wenn sich für den Zugspitz Extremberglauf für nächstes Jahr (falls der Lauf so noch stattfindet) noch mehr Läufer interessieren...

Wie ein Bergsteiger trägt aber auch der Läufer selbst die Verantwortung für seine Gesundheit in den Bergen. Der gesunde Menschenverstand wäre, soweit vorhanden, ein guter Ratgeber gewesen. Mancher Flachlandtiroler verfügt allerdings nicht über die einschlägigen Erfahrungen im Hochgebirge. Die letzten paar hundert Höhenmeter an der Zugspitze hangelt man sich im Steilhang an Seilen über die Felsen nach oben. Das sollte man vorher wissen und kann es nicht auf die leichte Schulter nehmen. Man muss im Gegenteil mit Respekt die Gefahren eines Extremberglaufs einplanen. Weder ein Berglauf noch ein City-Marathon ist ein leichter Sonntagsspaziergang! Beim Berglauf tummeln sich ähnlich wie beim Marathonlauf leider zunehmend schlecht vorbereitete Grenzgänger, die den Kick beim persönlichen Gipfelsturm in ihrer Naivität ohne Rücksicht auf die Gesundheit suchen. Nicht wenige Hasardeure und selbst "Profis" unterschätzen die Bedingungen am steilen Anstieg, bei dünner Luft und bei schwierigen Wetterbedingungen in den Bergen. Sie sind unerfahren, nur unzureichend informiert und treten dazu oft noch schlecht trainiert an. Beim City Marathon kann man zur Not aussteigen und direkt die Hilfe von Zuschauern und Hilfskräften an der Strecke in Anspruch nehmen. In den höchsten Lagen der Berge ist das aber nicht so einfach. Einer der beiden Toten war ein gut trainierter 2:48 Stunden Marathonläufer. Aber auch er hat offenbar die Bedingungen falsch eingeschätzt und starb leicht bekleidet an Unterkühlung.

"Über 2.000 Meter ist eben Hochgebirge und da wird es gefährlicher, da ist nicht mehr zu spaßen, wenn das Wetter umschlägt." so Charly Doll, früherer Extrembergläufer, Welt-Cup-Dritter im Berglauf und zweifacher Swiss-Alpine-Sieger aus Hinterzarten im Interview mit dem SWR. "Wenn es solch ein extremes Wetter gibt, dann muss man auch mal nein sagen. Mit ein- bis zweimaligem Training pro Woche kommt man für solche Extrembergläufe nicht hin." Er selbst verzichtete übrigens am selben Wochenenden angesichts des Wetters beim weniger gefährlichen Nebelhorn Berglauf auf einen Start! Eigenverantwortung ist gefragt! Der Leichtsinn nicht weniger Teilnehmer bei diesem Extrem-Berglauf erinnert mich an die ebenfalls zunehmenden Verrückten, die auf die Schnelle auch mal einen Marathon laufen wollen, aber erst vier Wochen vorher das erste Paar Laufschuhe besorgt haben und drei Wochen vor dem Rennen mit dem Lauftraining beginnen. Ach so: einen Wettkampf sind sie vorher natürlich auch noch nie gelaufen... dem ist nichts mehr hinzuzufügen! Wenn es dann am Renntag noch heiß oder eben eisigkalt wird, was dann? Man ist unerfahren, macht jede Menge dumme Fehler und war zuvor möglicherweise noch nicht einmal beim Arzt. Man provoziert medizinische Notfälle bis hin zu Tod bei Hitze oder Kälte und beschädigt nicht nur leichtfertig und unverantwortlich die eigene Gesundheit, sondern auch das Image vom Laufsport.

Um es noch mal klar zu stellen: als früherer Spitzensportler, bin ich der Letzte, der persönliche Grenzgänge verneinen würde, aber bitte ordentlich vorbereitet (wie es ein Großteil der Läufer auch tut) und ohne den gesunden Menschenverstand und das Hirn auszuknipsen und beide samt der Gesundheit letztlich dem Endorphin- oder Höhenrausch und der Laufsucht zu opfern. Reinhold Messner der Extrembergsteiger hat sich nun in den Medien auch noch zu Wort gemeldet und meint, dass man solche Extrembergläufe verbieten müsste. Seine berühmt gewordenen Grenzgänge in Ehren, aber auch er hat eine Nachahmer-Lawine mit losgetreten. Vielleicht sollte er sich zunächst um die Bergsteigerkarawanen kümmern, die wie er hohe Risiken eingehen und mehr als Läufer oft mit überzogenem Ehrgeiz oder gipfelsüchtig dem Tod ins Auge sehen. Viele seiner Nachahmer hängen noch heute tot irgendwo in einer Wand...

(siehe Bericht zum Zugspitz-Extremberglauf 2008 mit eindrucksvollen Fotos in Laufreport.de)

Laufen und Gesundheit

Konsenspapier von Sportmedizinern und dem Deutschen Leichtathletik Verband

10.09.2007 | Laufen & Walking | pm (Quelle: Leichtathletik.de)

Laufen ist gesund, aber nicht jeder Läufer

Vor dem Hintergrund mehrerer Todesfälle bei Lauf-Wettbewerben im ersten Halbjahr 2007 hatte das Medical Team von SCC Running, unter anderem Veranstalter des Berlin-Marathons, führende Sportmediziner sowie Vertreter des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) eingeladen, ein Konsenspapier zu erarbeiten, um Läuferinnen und Läufer bei Laufveranstaltungen besser über versteckte bzw. nicht beachtete Gesundheitsrisiken zu informieren.

Nach Sichtung internationaler Daten und Studien zum Thema entschieden sich die Teilnehmer der Konferenz dafür, eine Empfehlung zu verabschieden, mit der Lauf-Veranstaltern ein Instrument an die Hand gegeben wird, um die Teilnehmer ihrer Lauf-Wettbewerbe vor gesundheitlichen Schäden möglichst zu bewahren.

Folgende Maßnahmen werden empfohlen:

Ab 1. Januar 2008 soll bei Online-Anmeldungen mittels eines international validierten Fragebogens eine qualifizierte Abschätzung von Gesundheitsrisiken durchgeführt werden. Dieser Fragebogen soll verbindlicher integraler Bestandteil des allgemeinen Anmeldeverfahrens werden. Je nach Ergebnis wird eine (nochmalige) ärztliche Konsultation empfohlen.

Dieser Fragebogen steht in Übereinstimmung mit den "Leitlinien zur Vorsorgeuntersuchung im Sport" der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (Deutscher Sportärztebund) e.V. und wird im jährlichen Laufkalender des Deutschen Leichtathletik-Verbands sowie auf der Internetseite des Verbandes veröffentlicht. Außerdem wird angestrebt, dass auf den jeweiligen Internetseiten der Laufveranstaltung auf diese Maßnahme hingewiesen wird.

Zudem soll auf schon bestehende Maßnahmen zum Schutz der Teilnehmer hingewiesen werden:
1. Der Veranstalter bzw. sein medizinischer Dienst kann einen Teilnehmer aus dem Rennen nehmen, wenn dessen Gesundheit gefährdet ist (IWR 240-Regel der IAAF).
2. Bei extremer Witterung (z.B. warm und schwül) werden seitens des Veranstalters zusätzliche Maßnahmen ergriffen (z.B. zusätzliche Erfrischungsstellen). Auch eine Absage der Veranstaltung kann bei extremen Bedingungen erwogen werden.

Besonderen Wert legen die Sportmediziner auf folgende Fakten:

- Der Laufsport besitzt bei richtiger Ausführung einen insgesamt gesundheitsfördernden Effekt und trägt zur Minderung kardiovaskulärer Risikofaktoren bei. Eine erhöhte Sterblichkeit durch Laufen ist keinesfalls gegeben.

- Für die Teilnahme an Laufwettbewerben stellt eine gute und sorgfältige Trainingsvorbereitung eine wichtige Voraussetzung dar.

- Nicht jeder, der an einer Laufveranstaltung teilnehmen möchte, ist gesund. Gute Leistungsfähigkeit und Beschwerdefreiheit bedeuten nicht immer Gesundheit. Deshalb wird Teilnehmern an Laufveranstaltungen eine ärztliche Untersuchung im Vorfeld empfohlen. Im Einzelfall sollte abgewogen werden, ob eine Wettkampfteilnahme vertretbar ist.

- Naturgemäß verbleibt ein gewisses Restrisiko, wie bei anderen Aktivitäten auch. Die Laufveranstalter können den Teilnehmern ihre Eigenverantwortung nicht völlig abnehmen.


An der Konferenz nahmen neben anderen teil:
Prof. Dr. Herbert Löllgen, Klinikum Remscheid, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin
Prof. Dr. Wilfried Kindermann, Universität Saarbrücken
Prof. Dr. Hans-Hermann Dickhuth, Universität Freiburg
Prof. Dr. Andreas Nieß, Universität Tübingen
Prof. Dr. Michael Böhnke, Deutscher Leichtathletik-Verband
Harald Rösch, Deutscher Leichtathletik-Verband
Dr. Lars Brechtel, Humboldt-Universität zu Berlin und Medical Director des Berlin-Marathon mit Fachärzten seines Teams
Jürgen Lock, Direktor Strategie, Planung und Sportmedizin des Berlin-Marathon
Rüdiger Otto, Geschäftsführer von SCC Running / Berlin-Marathon

Noch mehr zu fragwürdigen Grenzgängen - Extrem-Marathon im Regensturm abgesagt (27.10.2008)

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