Leichtathletik Weltmeisterschaft London 2017
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Herbert Steffny
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16.Leichtathletik Weltmeisterschaften 2017 London

Kommentar und Vorschau: Wie schlägt man Mo Farah beim Heimspiel?



Die Weltmeisterschaften der Leichtathletik mit 202 Nationen finden im Zweijahresturnus statt. Vom .4.-.13.8.2017 ist London der Gastgeber der bereits 16. Auflage. Die vorherigen Austragungen waren 2015 in Peking,  2013 fand die WM in  Moskau statt, davor  2011 in Daegu/Korea und Deutschland war 2009 in Berlin und auch schon 1993 Gastgeber. Schauplatz war damals Stuttgart, das sich bereits international als spitzenmäßiger Ausrichter vor Traumpublikum bei der Europameisterschaft 1986 einen Namen gemacht hatte.

Das ist in Schwaben leider Vergangenheit, denn bekanntlich opferte man die Kunststoffbahn dem "König" Fußball oder treffender ausgedrückt: dem schnöden Mammon! Auch in Stuttgart regiert gegen alle Vernunft eben Geld und Gier die Welt. Als ob es eine gerechte Strafe war, statt weiter um den Titel zu spielen, schwächelten die Schwaben-Kicker und stiegen 2016 erst mal in die zweite Liga ab. Letztlich bleibt in Deutschland fast kein Stadion mehr für leichtathletische Großveranstaltungen übrig, selbst das Überleben der Kunststoffbahn in Berlin ist mittlerweile fraglich. Auch Hertha BSC dreht offenbar im Größenwahn der Fußball-Lobby durch.

Die Langstrecken-Leckerbissen, die Finale über 10.000m und der Marathonlauf finden bereits in den ersten drei Tagen statt (siehe Zeitplan). Der Marathonlauf schließt also nicht wie sonst traditionell die Meisterschaften ab, sondern das Herren- und Damenrennen wird am Sonntag den 6.8.2017 nacheinander auf einen eckigen Rundkurs durch die Londoner Innenstadt geschickt. Die Frauen haben bei warmer Witterung dabei den Nachteil um 14.00 Ortszeit in die mögliche Nachmittagshitze starten zu dürfen.


Preisgelder - 100.000 Dollar für Weltrekord

Um Geld, wenn auch im viel bescheideneren Rahmen,  geht es allerdings auch bei der Leichtathletik WM.
Für einen Weltrekord gibt es von den Sponsoren der IAAF 100.000 Dollar. Beim Marathonlauf werden zudem Punkte für die Gesamtwertung der World Marathon Majors vergeben. Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick wie die insgesamt US$ 7.344.000 verteilt werden.



Preisgelder der WM London 2017
   

Einzelwettbewerbe

Gold: USD $60,000
Silber: USD $30,000
Bronze: USD $20,000
4. Platz: USD $15,000
5. Platz: USD $10,000
6. Platz: USD $6000
7. Platz: USD $5000
8. Platz: USD $4000

Staffeln (pro Team)

Gold: USD $80,000
Silber: USD $40,000
Bronze: USD $20,000
4. Platz: USD $16,000
5. Platz:  USD $12,000
6. Platz:  USD $8000
7. Platz:  USD $6000
8. Platz: USD $4000






TV-Tipp: die Wettkämpfe werden bei ARD / ZDF und Eurosport live übertragen


Zeitplan WM 2017 London
Die Finale und die Mittel- und Langstrecken Disziplinen
(Zeitangaben in deutscher Zeit, Ortszeit ist eine Stunde früher)


Freitag, 4. August 2017

20.35 1500m Fr Vorläufe
22.20 10000m Männer Finale

 Samstag, 5. August 2017

13.45 800m Mä Vorläufe
20.35 1500m Fr Halbfinale
21.10 10000m Frauen Finale

 Sonntag, 6. August 2017

11.05 3000 Hindernis Mä Vorläufe
11.55 Start Marathon Männer
15.00 Start Marathon Frauen

22.15 800m Mä Halbfinale

 Montag, 7. August 2017

 22.50 1500m Frauen Finale

 Dienstag, 8. August 2017

22.10 3000 Hindernis Mä Finale
22.35 800m Mä Finale

 Mittwoch, 9. August 2017

20.05 3000 Hindernis Fr Vorläufe
21.05 5000m Mä Vorläufe

 Donnerstag, 10. August 2017

 
19.30 5000m Fr Vorläufe

        20.25 800m Fr Vorläufe

        21.25 1500m Mä Vorläufe

 Freitag, 11. August 2017

20.35 800m Fr Halbfinale
21.10 1500m Mä Halbfinale
22.25 3000 Hindern. Fr Finale

 Samstag, 12. August 2017

 21.20 5000m Männer Finale

 Sonntag, 13. August 2017

20.35 5000 m Frauen Finale
21.10 800m Frauen Finale
21.30 1500m Männer Finale






Das deutsche Team

Konstanze Klosterhalfen
Konstanze Klosterhalfen ist ein Riesentalent im DLV. Wird die erst 20-Jährige bei ihrem bisher größten Einsatz genügend Nerven haben?

(Foto, Copyright: Herbert Steffny)
Das deutsche Team Mittel- und Langstreckenlauf (800m, 1.500m, 5.000m, 10.000m, Marathon und 3.000m Hindernis) für die Weltmeisterschaften in London ist mit nur 11 Athleten besetzt, immerhin drei mehr als in Peking 2015. Zum Vergleich:  In Moskau 2013 starteten im deutschen Team neun und in Daegu 2011 sogar nur vier Mittel- und Langstreckenläufer, das war der absolute Tiefpunkt. 2009 im heimischen Berlin traten dagegen 16 an.  Nicht gut: die 10.000m Läufe finden ohne deutsche Beteiligung und der Marathon ohne deutsche Männer statt. Die größten Hoffnungen liegen auf den Schultern der Damen. Mit Gesa Krause tritt über 3.000m Hindernis die WM-Dritte von 2015 an und mit Konstanze Klosterhalfen ein Talent von Weltklasseformat, das allerdings noch nicht ganz über die Routine von Krause verfügt. Die Leverkusernerin ist in diesem Jahr die schnellste Nichtafrikanerin und auf Platz fünf der Weltbestenliste über 1.500m. Gemeldet ist sie auch über 5.000m (Bestzeit 14:51min).  Im Vorfeld hat sie allerdings erklärt die 1.500m zu favorisieren. Man darf die Daumen drücken und gespannt sein.



Mittel- und Langstrecken Team des DLV

Name

Geb.

gemeldete Disziplin(en)

Benitz, Timo

24 12 1991

1500m 

Heinig, Katharina

22 08 1989

Marathon 

Hering, Christina

09 10 1994

800m 

Klein, Hanna

06 04 1993

1500m, 5000m 

Klosterhalfen, Konstanze

18 02 1997

1500m, 5000m 

Krause, Gesa Felicitas

03 08 1992

3000m H 

Reh, Alina

23 05 1997

5000m 

Reuther, Marc

23 06 1996

800m 

Ringer, Richard

27 02 1989

5000m 

Tesfaye, Homiyu

23 06 1993

1500m 

Tola, Fate

22 10 1987

Marathon 


Statistiken
und Bestenlisten vor WM 2017 London

Bestenlisten

Weltrekordentwicklungen



Vorschau

10.000 und 5.000m Männer - wie schlägt man Mo Farah?

Mo Farah beim Training in Iten / KeniaDas Kaninchen und die Schlange! Läuft man wieder nur auf Silber oder hat der Superstar bei seinem Heimspiel in London vielleicht auch mal einen oder zwei schlechte Tage? Wer soll den Titelverteidiger und Olympiasieger Mo Farah (Bild) aus Großbritannien schlagen? Im Spurt, auf den sich die Konkurrenten bei den letzten Meisterschaften immer einließen, ist er nahezu unschlagbar und man muss ihm auch in einem harten Temporennen die bsten Siegchancen eingestehen. Der Champion ist scheinbar mit allen Wassern gewaschen.

Und nun die Herausforderer: Kenia tritt mit dem zweifachen Cross-Weltmeister und WM-Zweiten Geoffrey Kipsang Kamworer, Ex-Crossweltmeister Bedan Karoki und dem 26:49,41 Läufer und Olympia-Zweiten Paul Tanui mit demselben Team wie 2015 gegen Mo Farah (Bestzeit 26:46,57min) an. Da gäbe es also von den zwei Verlierern noch ein Hühnchen zu rupfen. Andererseits hat Mo Farah eben alle schon besiegt. Die Äthiopier treten dagegen mit einem neuen Trio an und haben u.a. die Weltjahresschnellsten mit 27:08,26 und 27:09,08 (Hengelo) Abadi Hadis (Cross-WM-Dritter) und Jemal Yimer aufgestellt. Der Dritte im Bunde ist der erst 18-jährige Anduamlak Belihu (27:20.57). Wie knackt man also die Nuss, den im Spurt schier unbesiegbaren Briten Mo Farah?

Aus meiner Sicht ist die einzig zielführende Taktik den Meister zu verwirren. Das setzt voraus, dass Kenia oder Äthiopien als Team läuft und einige auf ihre eigene Chance verzichten müssten. Ähnlich wie beim Rennradsport schickt man einen Teamkollegen vor, diese Karte ist ein Bluff oder vielleicht der Joker und sticht oder man lässt sich gegebenfalls von Mo Farah in dessen dann vielleicht resultierender Verfolgungsjagd in dessen schmalen Windschatten (relevant bei ca.22km/h) energiesparend wieder mit nach vorne ziehen.

Vorgemacht hat das 1993 Ismael Kirui gegen den damals ebenso "unschlagbaren" Haile Gebrselassie in Stuttgart bei der WM über 5.000m (sehenswertes Video in guter Qualität!). Harte Zwischenspurts in Weltrekordtempo von den kenianischen "Opferläufern" Chesire (1.000m in 2:31!) und danach ab 2.000m Kirui in der Soloflucht irritierten Haile und den Olympiasieger 1992 Khalid Skah aus Marokko damals und sie ließen letztlich den erst 18-jährigen Kirui, den sie nicht für den besten Kenia-Läufer hielten ziehen. Zu weit war Ismael Kirui dann aber schon entwischt, als Haile die Taktik durchschaute und seinen gefürchteten Spurt in der letzten Runde anzog. Zu spät, ihm fehlten am Schluß nur rund zwei Meter! Eines der spannendsten Bahnrennen, das ich jemals gesehen habe. Ich war vor Ort Augenzeuge, die Zuschauer im Neckarstadion hielt es vor Begeistung nicht mehr auf den Sitzen! Man einigte sich damals im Team Kenia vor dem Rennen auf diese Vorgehensweise. Nur intern war nämlich bekannt, dass Ismael Kirui und nicht der favorisierte Olympiazweite Paul Bitok der stärkste Läufer war, bei dem Haile und Khalid Skah damals aber konsequent blieben. Ismail Kirui lief sich damals und bis heute zum jüngsten Weltmeister aller Zeiten.  

Vielleicht erinnert man sich am Freitag über 10.000m oder am Abschlusstag über 5.000m in Kenia noch an diese taktische Meisterleistung. Intern ist jedenfalls zu hören, dass man in Kenia und Äthiopien durchaus eine Teamtaktik plant. Vielleicht kennt aber auch Mo Farah schon dieses Video? Es sollte jedenfalls über 10.000m am Freitag und 5.000m zum Abschluss sehr spannend werden, sicherlich ein sportlicher Leckerbissen! Zuletzt unterlag der Meister dem Äthiopier Ibrahim Jeilan 2011 in Daegu um Haaresbreite. 2013 und 2015 holte sich Mo Farah jeweils das WM-Double über 5.000 und 10.000m und schaffte dasselbe Kunststück auch bei den Olympischen Spielen 2012 und 2016. 

Mit diesen Erfolgen ist der gebürtige Somalier schon jetzt der erfolgreichste Meisterschaftsläufer aller Zeiten über diese langen Bahndistanzen noch vor den Lauflegenden Haile Gebrselassie und Weltrekordler Kenenisa Bekele. Hinzu kommen noch diverse Europameistertitel. Aber um der "Größte aller Zeiten" zu werden fehlen ihm im Gegensatz zu den beiden Äthiopiern noch die Weltrekorde. Nach den Weltmeisterschaften werden wir Mo Farah offenbar nur noch auf der Straße sehen. Ein ernsthafterer zweiter Marathonversuch beim London Marathon 2018? Das Publikum wird ihrem Nationalhelden jedenfalls einen würdigen Abgang im Stadionoval bescheren.



Ergebnisse:


10.000m Männer - König Farah bleibt der König (4.8.2017)

Im Vorbericht bin ich schon auf das Szenario dieses Rennens und mögliche Taktiken eingegangen. Würde es also wieder einen Lauf auf Platz 2 oder doch eine taktische Variante der vielen Widersacher des Favoriten Mo Farah (Foto) geben? Werden viele Hunde des Hasen Tod sein? Angeblich sollte Farah nicht in der besten Form sein. Aber das ist alles Nebel vor dem Event, denn Farah ist auf den Punkt bisher immer ein ausgesprochener Meisterschaftsspezialist gewesen. Neben dem Kenia und Äthiopien Trio waren weitere Ex-Kenianer u.a unter der amerikanischen und türkischen Flagge am Start. Ebenso die starken Läufer aus Eritrea und Uganda. Natürlich tobte das Stadion schon bei der Vorstellung ihres hochkarätigsten Goldkandidaten.

Mo FarahDie Bedingungen waren mit 20 Grad Celsius bei 64% Luftfeuchte nicht zu warm. Das Rennen begann zunächst sehr schnell. Der erst 20-jährige Ugander Joshua Kiprui Cheptegei und Kenia mit Geoffrey Kamworer drückten mit 61 Sekunden über 400 Meter auf die Tube. Die ersten 1000 Meter wurden in flotten 2:39 Minuten durchlaufen. Farah versuchte dahinter im Feld das Tempo einigermaßen konstant zu halten und die Antritte auszugleichen. Der zweite 1000 Meter Abschnitt war mit nur noch 2:46 Minuten etwas langsamer. Uganda und Kenia machte in der Folge weiter die Pace. Die Äthiopier und Farah hielten sich eher im Feld versteckt. Der Ugander Cheptegei machte vorne weiter das Tempo. Folgte nun ein Bluff für die Konkurrenten? Bei 4.000 Meter winkte Farah locker nach vorne durchlaufend ins Publikum und erzeugte damit für Stimmung auf die Rängen. Die Kenianer Kamworer und Tanui bestimmten nach 5000 Metern (13:33,74 Minuten) vorne das Tempo mit Farah im Schlepptau. Aber immer, wenn es an der Spitze ein wenig langsamer wurde, joggte Farah demonstrativ wieder nach vorne.

Ein Dutzend Läufer (ohne Weiße) war auf der zweiten Hälfte noch zusammen. Farah hielt sich in der Mitte auf. Auf den letzten 3.000 Metern wurde es wieder schneller. Weiter machte Cheptegei Tempo (dritt- und vorletzter Kilometer in rund 2:39 Minuten). Neun Läufer bildeten nun die Spitzengruppe, darunter alle Kenianer.  Farah zeigte sich in gewohnter Manier erneut an der Spitze und versuchte die Fahrt zu bremsen. Dennoch lief alles auf einen langen Spurt hinaus. Würde man damit dem Briten den Zahn ziehen? Nein, denn Farah ging 800 Meter vor Schluss wie üblich demonstrativ nach vorne und kontrollierte die Aktion bei hohem Tempo. Sechs Läufer gingen auf die letzte Runde darunter das Keniatrio. Doch gegen den Spurt des 31-jährigen Titelverteidigers war wieder kein Kraut gewachsen. Auch ein Strauchler wegen einer Kollision mit Tanui 300 Meter vor dem Ziel brachte den Meister nicht aus dem Konzept. Sehr schnelle 
2:28,82 Minuten benötigte der Brite für die letzten 1.000 Meter.

Sein Sieg in 26:49,51 Stunden war Weltjahresbestzeit und zum Abschied fast noch persönliche Bestzeit. Nachher sagte der Sieger, dass es das härteste Rennen seiner Karriere war. Der Ugander Joshua Kiprui Cheptegei konnte als Überraschungsläufer des Rennens trotz viel Tempoarbeit die Silbermedaille und einen neuen Hausrekord feiern. Zudem war es die erste 10.000m WM Medaille für Uganda. Der WM- und Marathon Olympiasieg von Landsmann Stephen Kiprotich scheint den Nachwuchs angesport zu haben. Den Kalenjin-Stamm-Verwandten aus Kenia blieb mit Paul Tanui, der zum dritten Mal in Folge WM-Dritter wurde, nur noch ein Podiumsplatz. Die Äthiopier waren die eigentlichen Verlierer. Die letzte Medaille über 10.000m gab es für die Läufernation 2013. Letztlich muss ich sagen, dass die Kenianer und auch der Nachwuchsmann aus Uganda alles gegeben haben, aber Mo Farah war ihnen auch auf diesem Klasseniveau einfach über!

Das war ein guter Auftakt für Weltmeisterschaften mit einem Heimsieg für die Briten.
Fünf Jahre nach seinem Olympiasieg in London auf den Tag genau, holte sich Farah nun seinen dritten 10.000m Titel in Folge. Er feierte anschließend seinen Sieg mit der Familie auf der Bahn. Eine Meisterschaftsrennen in Weltjahresbestzeit! Bemerkenswert: sieben Läufer blieben dabei unter 27:00 Minuten! Sehr ungewöhnlich, dass die Weltenbestenliste an der Spitze durch ein Meisterschaftsrennen geschrieben wird. Deutsche Teilnehmer waren nicht am Start.


Ergebnisse:

Pl.  Name Nation Zeit
1 Mohamed Farah GBR 26:49.51 WL
2 Joshua Kiprui Cheptegei UGA 26:49.94 PB
3 Paul Kipngetich Tanui KEN 26:50.60 SB
4 Bedan Karoki Muchiri KEN 26:52.12 PB
5 Jemal Yimer ETH 26:56.11 PB
6 Geoffrey Kipsang Kamworor KEN 26:57.77 SB
7 Abadi Hadis ETH 26:59.19 SB
8 Mohammed Ahmed CAN 27:02.35 NR
9 Shadrack Kipchirchir USA 27:07.55 PB
10 Andamlak Belihu ETH 27:08.94 PB
11 Aron Kifle ERI 27:09.92 PB
12 Abraham Naibei Cheroben BRN 27:11.08 NR
13 Leonard Essau Korir USA 27:20.18 PB
14 Timothy Toroitich UGA 27:21.09 PB
15 Hassan Mead USA 27:32.49 PB
16 Zane Robertson NZL 27:48.59 SB
17 Hiskel Tewelde ERI 27:49.62 SB
18 Moses Martin Kurong UGA 27:50.71
19 Onesphore Nzikwinkunda BDI 28:09.98 PB
20 Stephen Mokoka RSA 28:14.67 SB
21 Bayron Piedra ECU 28:50.72 SB
22 Patrick Tiernan AUS 29:23.72
Nguse Amlosom ERI DNF
Polat Kemboi Arikan TUR DNF


10.000m Frauen - Almaz Ayana überragend im Alleingang (5.8.2017)

Almaz AyanaDie Olympiasiegerin und Weltrekordlerin Amez Ayana (Foto) hatte im Vorfeld keinen Wettkampf abgeliefert. Zudem sollte sie Verletzungsprobleme gehabt haben. Ähnliche Gerüchte gab es auch um Mo Farah, der aber gestern, wenn auch hart erarbeitet, alle vom Gegenteil überzeugen konnte. Doch nun war die Stunde der Wahrheit. 33 Läuferinnen waren bei 20 Grad und 46% Luftfeuchte am Start, ein ziemlich großes Feld. Favorisiert die Äthiopierinnen, die die Weltjahresbestenliste anführen, aber die beiden Schnellsten gar nicht mal aufstellten. Kenia und vielleicht auch die US-Amerikanerinnen musste man allerdings bei der Medaillenvergabe auf der Rechnung haben.

Das Riesenfeld ohne deutsche Beteiligung startete nicht besonders schnell. Die ersten 400 Meter wurden in langsamen 81 Sekunden, die ersten 1.000 Meter in 3:30 Minuten runtergejoggt, entsprechend kompakt war das Feld mit Läuferinnen auf Bahn drei. Bis 3.000m (9:59min) tat sich nicht viel., das Tempo blieb sehr gemütlich. Ayana positionierte sich allerdings bereits vorne im Feld in Kontrollstellung. Doch schon vor der Hälfte (15:51min) hatte die Favoritin die Nase vom Gebummele offensichtlich voll und zog bei 3.600 Meter mit ihrem für ihre Größe langen, aber leichtfüßigen
Schritt los. Europameisterin Yasemin Can, eine Ex-Kenianerin (früher Vivian Jemutai), jetzt für die Türkei startend, versuchte als einzige allerdings bald in Respektabstand zu folgen. Alice Aprop Nawowuna, die in Rio die "unfreiwillige Tempomacherin" für den Weltrekord von Ayana war, zog die Verfolgerinnen wieder an die schwächer werdende Yasemin Can heran. 

Nun liefen zwei Welten. Bei 6.000 Metern hatte Ayana schon 100 Meter Vorsprung auf die Verfolgerinnen, eine  Fünfer-Gruppe mit Tirunesh Dibaba und den drei Kenianerinnen. Während Ayana eine nach der anderen der Geschlagenen überrundete, hatte Yasemin Can als erste Schwierigkeiten die Gruppe mit
Alice Aprot, Agnes Tirop, Irene Cheptei und Tirunesh Dibaba zu halten. Vorne drückte die 25-jährige Ayana mit bereits 200 Meter Vorsprung eigentlich sinnlos weiter auf die Tube. Angesichts der geplanten 5.0000 Meter Teilnahme in der nächsten Woche hätte die Olympiasiegerin hier sicherlich noch Körner sparen können. Während sie überlegen auf Weltjahresbestzeitenkurs lag,  verlor dahinter die Cross-Weltmeisterin Irene Cheptei den Anschluss in der Verfolgergruppe und als die Siegerin in Weltjahresbestzeit 30:16,32 Minuten locker durchs Ziel lief, entbrannte auf der Gegengeraden rund 270 Meter dahinter der Kampf um die Medaillen.

Dibaba konnte erst Aprot distanzieren, doch die junge Agnes Tirop hielt noch dagegen. Die drittschnellste Marathonläuferin aller Zeiten konnte aber auf der Zielgeraden die Kenianerin in Schach halten, ein Doppelsieg für Äthiopien. Dahinter überraschte die Niederländerin Susan Krumins als Fünfte mit neuer Bestleistung (31:20,24min) und auch die US-Amerikanerin Emily Infeld konnte in Hausrekord (31:20,45min) als Sechste überzeugen. Yasemin Can wurde noch auf Platz elf durchgereicht. Die Überlegenheit von Ayana zeigte sich darin, dass sie die zweite Hälfte im Alleingang in 14:25 Minuten zurücklegte, das wäre in der diesjährigen Weltjahresbestenliste über 5.000 Meter Platz zwei. Wenn man bedenkt, dass sie das Tempo bereits ab 3.600 Meter lief, also genau genommen einen 6.400er in Weltklassezeit lief, dann ist ihre Überlegenheit noch viel dramatischer für die Konkurrenz. Nur drei Läuferinnen wurden nicht von ihr überrundet. Die 5.000m Konkurrenz kann kommende Woche (10.8. Vorläufe, 13.8. Finale) nur noch hoffen, dass sich die Ausnahmeläuferin unnütz verausgabt hat.



Ergebnisse:

Platz Name Nation  Zeit
1 Almaz Ayana  ETH 30:16.32 WL
2 Tirunesh Dibaba  ETH 31:02.69 SB
3 Agnes Jebet Tirop  KEN 31:03.50 PB
4 Alice Aprot Nawowuna  KEN 31:11.86 SB
5 Susan Krumins  NED 31:20.24 PB
6 Emily Infeld  USA 31:20.45 PB
7 Irene Chepet Cheptai  KEN 31:21.11 SB
8 Molly Huddle  USA 31:24.78
9 Emily Sisson  USA 31:26.36
10 Ayuko Suzuki  JPN 31:27.30 SB
11 Yasemin Can  TUR 31:35.48
12 Shitaye Eshete  BRN 31:38.66 SB
13 Mercyline Chelangat  UGA 31:40.48 PB
14 Dera Dida  ETH 31:51.75
15 Desi Mokonin  BRN 31:55.34
16 Natasha Wodak  CAN 31:55.47 SB
17 Daria Maslova  KGZ 31:57.23 SB
18 Sitora Khamidova  UZB 31:57.42 NR
19 Mizuki Matsuda  JPN 31:59.54
20 Rachel Cliff  CAN 32:00.03 PB
21 Beth Potter  GBR 32:15.88
22 Eloise Wellings  AUS 32:26.31 SB
23 Failuna Abdi Matanga  TAN 32:29.97
24 Miyuki Uehara  JPN 32:31.58
25 Salome Nyirarukundo  RWA 32:45.95 SB
26 Madeline Hills  AUS 32:48.57
27 Charlotte Taylor  GBR 32:51.33
28 Carla Salomé Rocha  POR 32:52.71
29 Margarita Hernández  MEX 33:06.53
30 Camille Buscomb  NZL 33:07.53
31 Carmen Patricia Martínez  PAR 33:18.22 NR
Sarah Lahti  SWE DNF
Jess Martin  GBR DNF




Marathon Männer - Fünfter WM-Titel für Kenia durch Kirui (6.8.2017)

Geoffrey KiruiEher ungewöhnlich in London, der Marathonlauf eröffnete und beendete nicht wie meist üblich die Titelkämpfe. Statt dessen fanden der Herren- und Damenlauf organisatorisch leichter zu bewerkstelligen an einem Tag statt. Der Kurs entsprach nicht dem London Marathon, sondern führte ausserhalb des Stadions mit Start und Ziel an der Towerbridge über einen etwas winkligen und welligen Vierrundenkurs. Genau 100 Teilnehmer starteten bei sonnigem Wetter und 19 Grad Celsius  um 11.00 Uhr Ortszeit. Duschen sollten unterwegs für ein wenig Kühlung sorgen. Der Titelverteidiger und New York Marathon Sieger Ghirmay Ghebreselassie war nicht darunter, übrigens auch mal wieder kein Deutscher.

Kenia stellte bisher vier Weltmeister bei den Männern, Äthiopien nur einen einzigen. Beide Teams dürften die Medaillen von der Papierform unter sich ausmachen, obwohl Kenia ohne den Olympiasieger und derzeit weltbesten Marathonläufer Eliud Kipchoge und dem Ex-Weltrekordler
und Jahresschnellsten 2017 Wilson Kipsang nicht einmal sein bestes Team stellte. Beide starten (erwartungsgemäß) im September in Berlin, um den Weltrekord zu jagen. Der Weltjahresschnellste 2016 Kenenisa Bekele fehlte ebenfalls in London, er sei nicht in der nötigen Form, so der Berlin Marathonsieger und 5.000 und 10.000m Weltrekordler. Stärkster Äthiopier und schnellster Läufer von der Bestzeit (2:04:11 Stunden) war der Dubai Marathon Sieger Tamirat Tola. Nicht ohne Aussichten war der Ex-Kenianer Kaan Kigen Özbilen, der mit 2:06:10 Stunden im letzten Jahr im Trikot der Türkei einen Europarekord aufstellte. Drei starke 2:08 Stunden Japaner mit dem Vielstarter Yuki Kawauchi waren mit von der Partie. Die US-Amerikaner kamen nicht mit ihrem Star Galen Rupp, der wohl einen lukrativen Start in Chicago vorzieht, sondern mit ihrer Phalanx von eingebürgerten Kenianern.


Gemütlicher Beginn

Die ersten fünf Kilometer wurden in eher gemütlichen 15:57 Minuten (2:14er Zeit) mit dem Italiener
Daniele Meucci (Europameister 2014 Zürich in 2:11:08 Stunden) an der Spitze durchlaufen. Nur bei Kilometer sechs machte der Äthiopier Tsegaye Mekonnen eine kleinen Vorstoß, der aber schnell wieder endete. Entsprechend war eine ca. 50-köpfige Gruppe bei acht Kilometern noch zusammen, darunter noch viele Weiße. Auch bei 10 Kilometern (31:35 Minuten) war es für die verbliebenen 35 Läufer noch nicht sehr viel schneller geworden. Das gab dann auch dem Briten Callum Hawkins die gelegenheit sich in vorderster Front dem heimischen Publikum zu präsentieren. Der dritte Fünf-Kilometer-Abschnitt war mit 15:22 Minuten dann der bisher schnellste, für die Top-Ostafrikaner aber noch keine wirkliche Herausforderung. Alles lief wie zu erwarten auf einen Steigerungslauf in der zweiten Hälfte hinaus. Bei 19 Kilometern forcierten die Kenianer Geoffrey Kirui (Bostonsieger 2017, Foto, oben) und Gideon Kipketer die Fahrt. Schnell zog sich das Feld auseinander. Entsprechend war der vierte Fünfer (20k 1:02:15  Stunden) in 15:18 Minuten nochmals schneller, ein Tempo nun in Richtung 2:10 Stunden. Halbmarathon überlief ein Trio in 65:28 Minuten mit dem 2:04:11 Stunden Läufer (Sieger Dubai 2017) Tamirat Tola in Front.



Kommentar: ZDF-Marathon-Übertragung wie Schweizer Käse


Die Vorentscheidung des Marathons nach der Halbmarathonmarke verpasste die ZDF-TV-Übertragung, genauso wie die finale Entscheidung bei Kilometer 32. Die fachliche Kommentierung wirkte schlecht vorbereitet und war immer wieder fehlerhaft. Das Geschehen wurde durch langatmige Stadion-Vorkämpfe unterbrochen. Dass die Übertragung des Marathons (einem Finale!) ausgerechnet in der zweiten Hälfte, wo erwartungsgemäß alles Entscheidende passiert, über lange Passagen ausgesetzt wurde, spricht nicht gerade für den Sachverstand der ZDF- bzw. der internationalen Regie. Statt der Entscheidung im Marathonlauf zeigte man u.a. lieber sämtliche (sechs!) ziemlich belanglose 400 Meter Vorläufe der Damen in epischer Breite. Ein Teil der Marathonübertragung nahm dann noch ein (...das Feigenblatt läßt grüßen!) ausgedehnter Einspieler über Doping in Kenia und Äthiopien ein. Das ist zwar nicht unberechtigt, muss das aber während des Wettkampfs geschehen? Kurze Zwischenschaltungen erinnerten Verzweifelte daran, dass man den Marathonlauf nicht ganz vergessen hat. Mir kam das Ganze wie Schweizer Käse mit großen Löchern vor. Und ... ja, ja... ruhig Blut... wir zeigen schon den Zieleinlauf! Und dann war der Marathon, so Kommentator Leisel wörtlich "abgehakt". Genauso lustlos war wohl die Einstellung und die Vorbereitung auf die Königsdisziplin.

Beim Frauenlauf war es trotz deutscher Teilnehmerinnen noch schlimmer. Nun lieferten zwar keine anderen Stadionwettkämpfe zeitlich Konkurrenz, aber der Marathon wurde in Form kleiner Inserts zum Beachvolleyball eingeschnipselt und schließlich wegen Frauen-EM-Fußballfinale (alles ohne deutsche Beteiligung) komplett abgewürgt. Das hatte selbstverständlich Priorität beim ZDF. Nur noch der Zieleinlauf wurde dann in der Fußball-Halbzeitpause nachgeliefert. Von dem überaus spannenden Rennen blieb natürlich nichts übrig. Nicht einmal das Abschneiden der Deutschen Katharina Heinig und Fate Tola wurde eine halbe Stunde nach Einlauf erwähnt. Unglaublich! Kein Wunder, wenn man (wie auch ich) von öffentlich-rechtlicher Glotze auf Livestreams ins Internet abwandert. Am Marathonlauf dürften in Deutschland - bitte schön - mehr Zuschauer (entsprechend den Mitgliederzahlen des DLV) als an Vorkämpfen der Stadion-Leichtathletik interessiert sein. Und daran, dass "König Fußball" sowieso alle anderen Sportarten platt macht, möchte ich mich nicht gewöhnen! Früher gab es noch die Fußball-freie Zeit, nun wird diese auf Kosten anderer Sportarten im TV vollgestopft mit Fußball, Fußball und wieder Fußball.... irgendwelchen  U-Sonstwas-Meisterschaften, AUDI-Cup, Super-Cup, UEFA-Super-Cup und zur Not noch Frauenfußball, der früher komplett ignoriert wurde, jetzt aber wohl auch noch mithelfen muss die Kickerei omnipräsent zu halten.



Boston Champion Geoffrey Kirui und Dubai Sieger Tamirat Tola setzten sich nach Halbmarathon eingangs der dritten Runde ab, mit Abstand gefolgt vom 2:05:51 Läufer Gideon Kipketer. Nach 30 Kilometern (1:31:28 Stunden) lagen Kirui und Tola immer noch Seite an Seite und ca 300 Meter vor Kipketer. Unterdessen schoben sich von hinten die Europäer Callum Hawkins und Daniele Meucci näher und näher in Richtung Bronzemedaille, der zu diesem Zeitpunkt noch von Gideon Kipketer und dem Tansanier Alphonce Felix Simbu (Olympia-Fünfter in Rio de Janeiro, Bestzeit 2:09:10 Stunden) gehalten wurde. Bei 31 Kilometern setzt sich Tola leicht von Kirui ab. Doch der Äthiopier übernahm sich offenbar dabei und Kirui konnte seinerseits kontern. Bei 35km (1:46:11 Stunden) lagen bereits Tola 30 Sekunden und das Duo Kipketer/Simbu 1:11 Minuten zurück. Mit leicht schief gehaltemen Kopf und sich gelegentlich umschauend lief der Kenianer nun schon rund 200 Meter vor dem Verfolger. Weiter hinten machte sich der Brite Hawkins daran den Kenianer Kipketer zu kassieren. Doch vorne zeigte der 24-jährige Geoffrey Kirui keinerlei Ermüdungsanzeichen. Sein Stil (Fersenläufer!) war immer noch flüssig, während Tola doch schon ziemlich angeschlagen wirkte. Mit seinem Zwischenspurt hat er sich offenbar selbst ein Loch ins Boot gebohrt.

Unter der Towerbridge 
lief der von Renato Canova in Iten trainierte Bostonmarathon Sieger Geoffrey Kirui unangefochten zum fünften WM-Marathontitel für Kenia in 2:08:27 Stunden. Dabei hatte er noch Zeit ins Publikum zu winken und Hände abzuklatschen. Tamirat Tola rette 1:34 Minuten dahinter gerade noch Silber knapp vor dem stark aufkommenden Tansanier Alphonce Simbu. Der Brite Callum Hawkins lief beim Heimrennen auf einen starken vierten Rang in Bestzeit vor Gideon Kipketer und dem Italiener Meucci.  Zu den Geschlagenen gehörte auch der stärker eingeschätzte London Marathonsieger Daniel Wanjiru. Der Japaner Yuki Kawauchi hätte mehr als Platz neun in 2:12:19 Stunden erreichen können, wenn er nicht im unmittelbaren Vorfeld der WM (2.Juli, Gold Coast Australien 3.Platz) schon wieder einen Marathon in 2:09:18 Stunden gelaufen wäre. Die WM war sein bereits sechster Marathon in diesem Jahr! Aber seine chronische Vielstarterei kann man dem ansonsten sehr sympathischen Kämpfer wohl nicht mehr abgewöhnen.


Ergebnisse:

Platz Name Nation Zeit
1 Geoffrey Kipkorir Kirui  KEN 2:08:27 SB
2 Tamirat Tola  ETH 2:09:49
3 Alphonce Felix Simbu  TAN 2:09:51
4 Callum Hawkins  GBR 2:10:17 PB
5 Gideon Kipkemoi Kipketer  KEN 2:10:56
6 Daniele Meucci  ITA 2:10:56 PB
7 Yohanes Ghebregergis  ERI 2:12:07
8 Daniel Kinyua Wanjiru  KEN 2:12:16
9 Yuki Kawauchi  JPN 2:12:19
10 Kentaro Nakamoto  JPN 2:12:41
11 Munyo Solomon Mutai  UGA 2:13:29
12 Ezekiel Jafary  TAN 2:14:05
13 Abdi Hakin Ulad  DEN 2:14:22 SB
14 Kaan Kigen Ozbilen  TUR 2:14:29 SB
15 Shumi Dechasa  BRN 2:15:08 SB
16 Elkanah Kibet  USA 2:15:14
17 Javier Guerra  ESP 2:15:22
18 Ihor Olefirenko  UKR 2:15:34 SB
19 Tsegaye Mekonnen  ETH 2:15:36
20 Ernesto Andrés Zamora  URU 2:16:00 PB
21 Desmond Mokgobu  RSA 2:16:14
22 Mick Clohissey  IRL 2:16:21 SB
23 Valentin Pfeil  AUT 2:16:28
24 Remigijus Kancys  LTU 2:16:34
25 Derlys Ayala  PAR 2:16:37 SB
26 Hiroto Inoue  JPN 2:16:54
27 Ihor Russ  UKR 2:17:01 SB
28 Thonakal Gopi  IND 2:17:13
29 Mert Girmalegesse  TUR 2:17:36
30 Mohamed Reda El Aaraby  MAR 2:17:50
31 Andrew Davies  GBR 2:17:59
32 Mikael Ekvall  SWE 2:18:12 SB
33 Pardon Ndhlovu  ZIM 2:18:37 SB
34 Munkhbayar Narandulam  MGL 2:18:42 PB
35 Namupala Reonard  NAM 2:18:51 SB
36 Yuriy Rusyuk  UKR 2:18:54 SB
37 Paulus Iiyambo  NAM 2:19:45
38 Stephno Gwandu Huche  TAN 2:20:05
39 Josh Griffiths  GBR 2:20:06
40 Tiidrek Nurme  EST 2:20:41 SB
41 Ghebrezgiabhier Kibrom  ERI 2:21:22
42 Robert Curtis  USA 2:21:22 SB
43 Robert Chemonges  UGA 2:21:24
44 Happy Ndacha Mchelenje  MAW 2:21:39 PB
45 Jack Colreavy  AUS 2:21:44
46 Byambajav Tseveenravdan  MGL 2:21:48
47 Millen Matende  ZIM 2:21:52 SB
48 Ser-Od Bat-Ochir  MGL 2:21:55
49 Leslie Encina  CHI 2:22:10
50 Hassan Chani  BRN 2:22:19
51 Ignas Brasevicius  LTU 2:22:20 SB
52 David Nilsson  SWE 2:22:53
53 Roman Fosti  EST 2:23:28 SB
54 Thomas Toth  CAN 2:23:47
55 Manuel Cabrera  CHI 2:24:08
56 Daviti Kharazishvili  GEO 2:24:24
57 Segundo Jami  ECU 2:24:28
58 José Amado García  GUA 2:25:03
59 Hyosu Kim  KOR 2:25:08
60 Brad Milosevic  AUS 2:25:14
61 David Carver  MRI 2:25:45 SB
62 Girmaw Amare  ISR 2:26:37
63 Sean Hehir  IRL 2:27:33
64 Seungyeop Yu  KOR 2:29:06
65 Kwangsik Shin  KOR 2:29:52
66 Rok Puhar  SLO 2:33:12
67 Luis Alberto Orta  VEN 2:33:42 SB
68 Juan Carlos Trujillo  GUA 2:33:42 SB
69 Luis Carlos Rivero  GUA 2:41:39
70 Ricardo Ramos  MEX 2:41:50 SB
71 Abraham Niyonkuru  BDI 2:42:27
Jorge Castelblanco  PAN DNF
Jean-Pierre Castro  PER DNF
Anuradha Indrajith Cooray  SRI DNF
Nicolás Cuestas  URU DNF
Abdelhadi El Hachimi  BEL DNF
Iván Fernández  ESP DNF
Eric Gillis  CAN DNF
Josh Harris  AUS DNF
Marius Ionescu  ROU DNF
Stefano La Rosa  ITA DNF
Ayad Lamdassem  ESP DNF
Raúl Machacuay  PER DNF
Augustus Maiyo  USA DNF
Mariano Mastromarino  ARG DNF
Tsepo Mathibelle  LES DNF
Amanuel Mesel  ERI DNF
Ercan Muslu  TUR DNF
Lebenya Nkoka  LES DNF
Cutbert Nyasango  ZIM DNF
Sibusiso Nzima  RSA DNF
Bhumiraj Rai  NEP DNF
Ricardo Ribas  POR DNF
Aguelmis Rojas  URU DNF
Maru Teferi  ISR DNF
Yemane Tsegay  ETH DNF
Enzo Yáñez  CHI DNF
Valerijs Žolnerovics  LAT DNF
Lusapho April  RSA DNS
Mumin Gala  DJI DNS







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Marathon Frauen - Ex-Kenianerin verhindert Kiplagat-Triple (6.8.2017)

Rose ChelimoDie Damen durften bei etwas sonnig wärmeren Bedingungen als bei den früher gestarteten Männern mit 22 Grad Celsius um 14.00 Uhr auf den stellenweise erstaunlich Zuschauer-leeren und mit Baustellen gesäumten, teils eckig engen Vierrundenkurs starten. Darunter u.a. die Doppelweltmeisterin Edna Kiplagat aus Kenia, die sich 2017 mit einem Sieg bei Boston Marathon zurückmeldete und der äthiopischen  Titelverteidigerin Mare Dibaba (Bestzeit 2:19:52 Stunden) aus Äthiopien. Auch die Japanerinnen stellten ein nicht aussichtsloses Trio. Erfreulicherweise aus deutscher Sicht waren auch mit Katharina Heinig (PR 2:28:34h) und der äthiopischstämmigen Neudeutschen Fate Tola. (PR 2:25:14h) zwei DLV-Läuferinnen dabei. Wie bei den Männern startete die erfolgreichste Top-Kenianerin Mary Kaitany, (u.a. London Marathon Siegerin in 2:17:01 Stunden) nicht.

Gleich zu Beginn setzte sich erst mal Catarina Ribeiro aus Portugal von der Meute ab. Schnell wuchs der Vorsprung der 2:30:10 Stunden Läuferin auf fast 100 Meter. Das gab zumindest mal etwas für ihren Bekanntheitsgrad. Man ließ sie gewähren.  Die Fünf Kilometer Marke durfte sie als Erste mit 120 Metern Vorsprung in 17:55 Minuten überlaufen. Auch bei 10 Kilometern (35:40min = 2:30er Kurs) hatte sie noch acht Sekunden Vorsprung. Doch dann war es um die Portugiesin geschehen. Nun zeigte ich die Britin Alyson Dixon (PR 2:29:06h) an der Spitze. Wollte sie es ihrem Landsmann Callum Hawkins der aggressiv laufend zuvor Vierter wurde, nachmachen? Doch das alles interessierte die weiter kontroliert laufenden Afrikanerinnen im noch großen Verfolgerfeld, in dem auch Fate Tola mitlief, nicht besonders. Dixon, die teilweise von Paula Radcliffe trainiert wird, erlief sich mit ihrem regelrecht schleichenden Laufstil ebenfalls einen rund 100 Meter großen Vorsprung. Die 38-Jährige hatte auch bei 15 Kilometern noch eine Führung von 22 Sekunden auf die mindestens 25-köpfige Verfolgergruppe. Sie tat eigentlich nichts verkehrt, denn es war ihr Tempo und wozu, wenn die anderen bummeln, nicht vorne die Führung genießen, solange es geht. Sie hatte sichtlich Vergügen, denn sie winkte sogar aufmunternd ins Publikum.

Bei 20 Kilometer Halbmarathon (1:14:20 Stunden) hatte die Britin auf die Verfolgerinnen noch rund 15 Sekunden Vorsprung. Doch nun zog das Tempo an und auch Fate Tola hatte Schwierigkeiten auf Platz 18 liegend den Anschluss zu halten. Katharina Heinig lag auf Platz 44 rund 2:40 Minuten zurück. Nach einer Getränkestation reduzierte sich die Gruppe auf ein Dutzend mit Fate Tola auf Platz 16 noch im Schlepptau. Dixon mit stark rudernden Armen laufend, hatte nach 25 Kilometern in 1:28:03 Stunden noch 15 Sekunden auf die von Edna Kiplagat und der US-Amerikanerin Amy Cragg angeführten Verfolgerinnen und 25 Sekunden auf Tola. Es war nur noch eine Frage der Zeit, wann die Hatz losgehen würde und wer sie eröffnen würde. Das Zieltempo von 2:28 Stunden war für die meisten der Top Läuferinnen wohl eher eine Unterforderung.  Drei Kenianerinnen, zwei Bahrainerinnen, vier Äthiopierinnen, 2 US-Amerikanerinnen, eine Japanerin, je eine Koreanerin und eine Australierin waren noch verblieben. Nach 1:41 Stunden war der 20 Kilometer-Sololauf der Britin vorbei. Sollte es nun losgehen? Doch alle drückten sich scheinbar noch vor der Führungsarbeit und so lief Dixon auch in der Gruppe weiterhin vorne.

Amy Cragg machte vorne einen guten Eindruck mit 1:45:42 Stunden bei 30 Kilometern und übernahm die Führung zusammen mit Dixon und Kiplagat. Die Äthiopierinnen zeigten sich bisher nicht vorne. Die Deutsche Tola lag auf dem 16. Rang 34 Sekunden dahinter. Wer von den 15 verbliebenen Frauen, darunter fünf Nichtafrikanerinnen, sollte aufs Podest laufen? Die letzte Runde war unter dem Tower angesagt, wann würde die Ruhe vor dem Sturm enden? Die folgende Getränkestation zog die immer noch kompakte Gruppe auseinander, doch statt diese Situation zu einem Angriff zu nutzen, nuckelten alle erst mal an ihren Flaschen, als wollte man gemeinsam diesen flotten Trainingslauf beenden. Marathon ist die Kunst des Wartenkönnens und so wurde die Entscheidung auf die letzten Kilometer vertagt. Sollte es eine Überraschung geben? Die 35 Kilometer wurden gemeinsam in 2:03:46 Stunden überlaufen. Lediglich Alyson Dixon war mittlerweile zurückgefallen.

Edna KiplagatNach einem Wendepunkt eröffnete nun Amy Cragg das Finale. Sofort positionierten sich die möglichen Kandidatinnen dahinter. Kim, Kyota, Trengove und Burla fielen zurück, nur noch Cragg verlieb als einzige Weiße unter Afrikanerinnen. Chelimo die Boston Zweite aus Bahrain übernahm nun die Führung der Neunergruppe.  Das Feld zog sich in die Länge als Rose Chelimo nun richtig Gas gab. Sie legte schnell 15 Meter zwischen sich und die verfolgende Kiplagat, die wiederum fünf Meter vor Cragg lag. Es formierte sich eine Vierergruppe mit Chelimo, Kiplagat, der Commonwealthsiegerin Daniel und Cragg. Die Äthiopierinnen waren geschlagen. Chelimo gab vorne nicht nach, Kiplagat folgte zwei Schritte hinter ihr. Noch drei Kilometer für den Kampf um Gold zwischen Kiplagat und Chelimo und um Bronze 30 Meter dahinter  zwischen Daniel und Cragg. 

Bei Kilometer 40 attackierte Kiplagat ihrerseits und konnte sich fünf Meter von Chelimo absetzen. Könnte die Kenianerin nun ihr Routine ausspielen? Sie hatte Rose Chelimo (Foto oben) in Boston klar distanziert, warum nicht auch hier? Doch die Wahl-Bahrainerin gab sich noch nicht geschlagen. Hochspannung, denn auch der Kampf um Bronze war dahinter noch nicht entschieden. Chelimo setzte wieder zum Gegenangriff an und nun war es um die bereits 37-jährige Doppelweltmeisterin Edna Kiplagat doch geschehen. Während Rose Chelimo die bisher nur als Olympia-Achte bei Meisterschaften in Erscheinung trat ihren Sieg auskostete, musste sich Kiplagat dann nochmal einem Angriff der Amerikanerin erwehren. Im Kampf um Bronze kam Amy Cragg nochmal in Reichweite der Kenianerin. Chelimo siegte in 2:27:11 Stunden sieben Sekunden vor den zeitgleichen Verfolgerinnen.

Chelimo verhinderte damit den dritten WM Sieg Edna Kiplagats, dennoch war es eine Top-Performance der Kenianerin, die sich vielleicht doch langsamer als die deutlich jüngere Chelimo von Boston erholt hatte. Erstaunlich dennoch, dass die Topläufer von Boston auch die WM dominierten, denn bei den Männern siegte bekanntlich Geoffrey Kirui in Boston. Die Deutschen

Die beiden Deutschen konnten nicht überraschen, sich aber unter 90 Starterinnen im Rahmen ihrer selbst formulierten Ziele achtbar schlagen. Fate Tola fiel lange in der Spitze mitlaufend in 2:33:39 Stunden noch auf den 22. Platz zurück und Katharina Heinig platzierte sich von Anfang an passiver laufend als 39. in 2:39:59 Stunden. Beide liefen die zweite Hälfte deutlich langsamer. Die für Berlin Marzahn startende Deutsch-Palästinenserin Mayada Sayyad lief für Palästina auf Platz 68 in 2:54:58 Stunden.


Ergebnisse:

Platz Name Nation Zeit
1 Rose Chelimo  BRN 2:27:11 SB
2 Edna Ngeringwony Kiplagat  KEN 2:27:18 SB
3 Amy Cragg  USA 2:27:18 SB
4 Flomena Cheyech Daniel  KEN 2:27:21
5 Shure Demise  ETH 2:27:58
6 Eunice Jepkirui Kirwa  BRN 2:28:17
7 Helah Jelagat Kiprop  KEN 2:28:19
8 Mare Dibaba  ETH 2:28:49 SB
9 Jessica Trengove  AUS 2:28:59
10 Berhane Dibaba  ETH 2:29:01
11 Serena Burla  USA 2:29:32
12 Aselefech Mergia  ETH 2:29:43
13 Charlotte Purdue  GBR 2:29:48
14 Eva Vrabcová Nývltová  CZE 2:29:56 PB
15 Hye-Gyong Kim  PRK 2:30:29 SB
16 Mao Kiyota  JPN 2:30:36
17 Yuka Ando  JPN 2:31:31
18 Alyson Dixon  GBR 2:31:36
19 Helalia Johannes  NAM 2:32:01
20 Sinead Diver  AUS 2:33:26
21 Marta Esteban  ESP 2:33:37 SB
22 Fate Tola  GER 2:33:39
23 Izabela Trzaskalska  POL 2:35:03
24 Milly Clark  AUS 2:35:27 SB
25 Anne-Mari Hyryläinen  FIN 2:35:33
26 Inés Melchor  PER 2:35:34
27 Risa Shigetomo  JPN 2:36:03
28 Filomena Costa  POR 2:36:42 SB
29 Un-Ok Jo  PRK 2:36:46
30 Beata Naigambo  NAM 2:37:24 SB
31 Ilona Marhele  LAT 2:37:40 PB
32 Rosa Chacha  ECU 2:37:50
33 Claire McCarthy  IRL 2:38:26 SB
34 Kyunghee Lim  KOR 2:38:38
35 Dagmara Handzlik  CYP 2:38:52 NR
36 Katarzyna Kowalska  POL 2:39:39
37 Lindsay Flanagan  USA 2:39:47 SB
38 Seongeun Kim  KOR 2:39:52
39 Katharina Heinig  GER 2:39:59 SB
40 Mapaseka Makhanya  RSA 2:40:15 SB
41 Lornah Chemtai Korlima  ISR 2:40:22 SB
42 Viktoriia Poliudina  KGZ 2:40:28 PB
43 Tracy Barlow  GBR 2:41:03
44 Darya Mykhaylova  UKR 2:41:29
45 Vaida Žusinaite  LTU 2:41:44 SB
46 Paula González  ESP 2:42:47
47 Rutendo Joan Nyahora  ZIM 2:42:53 SB
48 Tetyana Vernyhor  UKR 2:43:12
49 Wilma Arizapana  PER 2:43:13
50 Lavinia Haitope  NAM 2:44:02
51 Tarah Korir  CAN 2:44:30
52 Khishigsaikhan Galbadrakh  MGL 2:44:48
53 Anita Kažemaka  LAT 2:44:49 SB
54 Kyungsun Choi  KOR 2:45:46
55 Dailín Belmonte  CUB 2:46:15 SB
56 Sara Ramadhani  TAN 2:46:23
57 Bojana Bjeljac  CRO 2:46:46
58 Munkhzaya Bayartsogt  MGL 2:46:59
59 Jenna Leigh Challenor  RSA 2:47:22 SB
60 Lisa Ring  SWE 2:48:39
61 Carmen Toaquiza  ECU 2:48:45
62 Rosa Godoy  ARG 2:49:30 SB
63 Maor Tiyouri  ISR 2:49:45 SB
64 Monika Athare  IND 2:49:54
65 Qinghong Liu  CHN 2:52:21 SB
66 Iuliia Andreeva  KGZ 2:53:17 SB
67 Liliana Maria Dragomir  ROU 2:53:30
68 Mayada Sayyad  PLE 2:54:58 SB
69 Matea Matosevic  CRO 2:55:06 SB
70 Dayna Pidhoresky  CAN 2:56:15
71 Gloria Privilétzio  GRE 2:57:06
72 Angela Brito  ECU 2:58:21
73 Yelena Nanaziashvili  KAZ 2:58:32
74 Fortunate Chidzivo  ZIM 2:58:51 SB
75 Teodora Simovic  SRB 2:59:01
76 Nikolina Stepan  CRO 2:59:43
77 Maria Grazzia Bianchi  VEN 3:04:11
78 Marisa Casanueva  ESP 3:05:03
Mojie Cao  CHN DNF
Fadime Çelik  TUR DNF
Kenza Dahmani Tifahi  ALG DNF
Chien-Ho Hsieh  TPE DNF
Viktoriya Khapilina  UKR DNF
Hye-Song Kim  PRK DNF
Yolymar Pineda  VEN DNF
Ouranía Reboúli  GRE DNF
Catarina Ribeiro  POR DNF
Magdalena Shauri  TAN DNF
Paula-Claudia Todoran  ROU DNF
Hiruni Kesara Wijavaratne  SRI DNF
Louise Wiker  SWE DNF
Yelena Dolinin  ISR DNS



 
1.500m Frauen - Olympiasiegerin Faith Kipyegon souverän (7.8.2017)

Faith Chepngetich KipyegonIn den Vorläufen setzten sich beide deutsche Teilnehmerinnen durch, aber im Zwischenlauf blieb die große deutsche Hoffnung Konstanze Klosterhalfen leider hängen. Schon im Vorlauf gelang die Qualifikation fürs Halbfinale für die Fünfte der Weltjahresbestenliste nur mühsam und im stark besetzten Zwischenlauf, wo die Mitfavoritin Sifan Hassan (Foto) und Weltjahresschnellste einen souveränen Eindruck hinterließ, setzte die 20-Jährige mutig - vielleicht zu früh - alles auf eine Karte und riss abrupt in der Mitte des Rennens eine 20 Meter Lücke auf die Konkurrenz. Doch bis auf die Zielgerade konnte das Nachwuchstalent diesen Vorsprung nicht durchhalten. Hanna Klein dagegen konnte sich im Zwischenlauf, zunächst geschickt zurückhaltend und am Ende zulegend, noch knapp für den Endlauf qualifizieren. Ein Riesenerfolg für die 24-Jährige, und alles was im Finale kommen sollte, wäre für sie Zugabe. Nach der Bestzeit ist sie mit 4:04 Minuten die Langsamste im Feld.

Bei Konstanze Klosterhalfen muss man sich allerdings fragen, ob sie ihren Zenit nicht schon vor der WM erreicht hatte. Immerhin lieferte sie im Vorfeld Weltklasseleistungen von 800m bis 5.000m (14:51,38min!!!), selbst über 10 Kilometer konnte sie überzeugen, Deutsche Meisterin über 1.500m werden und noch den U23 Weltmeistertitel am 16.7. erlaufen. Vielleicht dann doch zuviel. Buchen wir es mal unter Lehrgeld ab. Ganz wichtig ist natürlich, dass die Leverkusernerin nicht zu früh mit Vielstarterei physisch und mental verheizt wird.

Man durfte gespannt sein, was die Weltrekordlerin (3:50:07min) und Titelverteidigerin Genzebe Dibaba aus Äthiopien nach ihren bisherigen schwachen Auftreten noch drauf hatte. Sifan Hassan aus den Niederlanden und Olympiasiegerin Faith Kipyegon Chepngetich (Foto, bei den Kenia Crossmeisterschaften) aus Kenia hinterließen in den Vorläufen einen deutlich stärkeren Eindruck. Sie belegten bei der WM in Peking 2015 die Ränge drei und zwei. Der Joker
(männlich) im Rennen war die umstrittene hyperandrogene Südafrikanerin Caster Semenya. Der Körper der 800m Olympiasiegerin produziert mehr männliches Testosteron als bei "normalen" Frauen, was man auch ohne medizinische Kenntnisse sofort sieht und angesichts ihrer tiefen Stimme auch hört. Nach einem derzeit gültigen Beschluss des internationalen Sportgerichts CAS muss sie keine Testosteron-senkende Medikamente mehr nehmen und sofort machte die bullige Athletin wieder einen Sprung um rund 2-3 Prozent, übrigens genau der Vorteil, den man sich durch Anabolika Doping erschummeln kann. Ich möchte nicht in ihrer Haut und Situation stecken.

Das sehr stark besetzte Rennen begann zur Freude des Stadionovals mit eine Blitzoffensive der Britin Laura Muir. Doch dann verschleppte das Tempo etwas. Die Kleinste im Feld Faith Kipyegon aus Kenia lief das Rennen neben der Britin in vorderster Front
kontrollierend mit. Bei 900m attackierte Sifan Hassan frühzeitig und zog durch. Aber Kipyegon blieb wie eine Klette auch an der Niederländerin äthiopischen Ursprungs. Eingangs der letzten Runde spurteten Hassan und Kipyegon gemeinsam los. Lange konnte Hassan die neben ihr laufende Kenianerin in Schach halten, doch eingangs der Zielgeraden zog die Olympiasiegerin auf und davon und holte sich mit einer 58 Sekunden Runde nach dem Olympiasieg auch den Weltmeistertitel in 4:02,59 Minuten. Hinter ihr konnten sich die spurtstarke US-Amerikanerin Jenny Simpson und die noch stark aufkommende Caster Semenya die Podiumsplätze sichern. Hanna Klein, die sich erwartungsvoll am Ende des Feldes einreihte, konnte nur eine Läuferin, nämlich die enttäuschend laufende Weltrekordlerin Genzebe Dibaba einsammeln und den 11. Platz belegen. Bedenkt man, dass sie von ihrer Bestzeit nur die Nummer 22 war, ein Riesenerfolg!


Ergebnisse:


Platz Name Nation Zeit
1 Faith Chepngetich Kipyegon  KEN 4:02.59
2 Jennifer Simpson  USA 4:02.76
3 Caster Semenya  RSA 4:02.90
4 Laura Muir  GBR 4:02.97
5 Sifan Hassan  NED 4:03.34
6 Laura Weightman  GBR 4:04.11
7 Angelika Cichocka  POL 4:04.16
8 Rababe Arafi  MAR 4:04.35
9 Meraf Bahta  SWE 4:04.76
10 Malika Akkaoui  MAR 4:05.87
11 Hanna Klein  GER 4:06.22
12 Genzebe Dibaba  ETH 4:06.72



3.000m Hindernis Männer - Kipruto rettet Kenias Ehre (8.8.2017)

Ezekiel Kemboi Herbert Steffny in EldoretDie kenianischste Disziplin ist seit Jahrzehnten nicht etwa der Marathon, sondern der 3.000 Meter Hindernislauf. Bei den letzten Weltmeisterschaften holten die Kenianer alle drei Medaillen und insgesamt 11 von 15 WM-Titeln. Zum Vergleich, im Marathon haben die Kenianer erst fünf Siege erlaufen. Titelverteidiger ist der vierfache Weltmeister und zweifache Olympiasieger Ezekiel Kemboi (Foto, mit mir bei meinem Besuch in Kenia/Eldoret). Der bereits 35-Jährige wollte eigentlich seine überragende Karriere im letzten Jahr beenden, aber die lächerliche Disqualifikation (Betreten der Innenbahn wegen eines Remplers) bei den Olympischen Spielen in Rio, wo er zunächst als Dritter einkam, wurmte ihn derart, dass er noch ein Jahr zugeben wollte, um sich nochmal eine Medaille zu erlaufen.

Die Kenianer machten aber keineswegs einen souveränen Einduck bei den Vorläufen. Nur einer des Trios, der Olympiasieger von Rio Conseslus Kipruto qualifizierte sich direkt, die beiden anderen Vertreter schafften es lediglich über die Zeitregel. Der Olympiasieger von Peking Brimin Kipruto und Weltmeister 2007 flog im Vorlauf raus. Als klarer Favorit empfahl sich dagegen in dieser Saison und bei den Vorläufen der US-Amerikaner und Weltjahresschnellste Evan Jager (Bestzeit 8:00,45min). Sollte es etwa einen Sieger geben, der nicht aus Kenia kommt? Den Franzosen Mahiedine Mekhissi (Bestzeit 8:00,09min) und den im Vorlauf starken Marokkaner Soufiane Elbakkali (Bestzeit 8:05,12min) musste man ebenfalls auf der Rechnung haben. Deutsche qualifizierten sich nicht für die WM.

Die ersten 1.000 Meter wurde recht gemütlich in 2:51 Minuten durchlaufen.  Nach 1.500m übernahm dann aber Evan Jager das Zepter
und forcierte das Tempo gefolgt von den drei Kenianern . Schnell zog sich das feld in die Länge, Mekhissi kam nicht mehr mit und vorne war nur noch ein Quartet.  Ezekiel Kemboi versuchte alles nochmals eine Medaille zu erlaufen, aber er fällt 800m vor Ziel zurück. Jager stürmte als Erster auf die letzte Runde, Kipruto und Elbakkali folgten ihm. 280 Meter vor dem Ziel ging der Kenianer nach vorne und Jager zeigte plötzlich Schwächen. Der Olympiasieger kam auch am besten über den letzten Wassergraben und spurtete mit dem nochmals aufkommenden Elbakkali auf der Zielgerade um den Sieg. Der Olympiasieger war aber nicht mehr zu schlagen und jubelte schon siegessicher auf den letzten 30 Metern. Conseslus Kipruto kam offenbar auf den Punkt nochmasl in Topform und rettete von dem Marokkaner sozusagen die Ehre Kenias. Dem Favoriten Jager blieb nur noch Bronze. Ezekiel Kemboi trabte letztlich bei seinem letzten Rennen als Elfter über den Zielstrich.

Angst vor Jager und abgelehnter Protest

Der neue Weltmeister Conseslus Kipruto gab im Interview nach dem Rennen zu Angst vor der Konkurrenz zu haben, aber es war auch Ehrensache für ihn den Titel für Kenia zu holen:  “Last night, I was so afraid of Evan Jager, Bakkali from Morocco. But today in the morning, I wake up and say, ‘I’m better, I’m Olympic champion. I’m the best in the event, I’m going to beat them.’ And it was my duty to defend the title for Kenya."

Der französische Leichtathletik Verband legte übrigens gegen die Wertung von Evan Jagers Lauf Protest ein. Er soll am Wassergraben die Bahn verlassen haben. Der Fall gleicht Ezekiel Kembois Disqualifikation in Rio de Janeiro, wo ebenfalls die Franzosen Protest einlegten. Hier lag die Taktik wieder auf der Hand, denn Mahiedine Mekhissi wäre dann auf den Bronze Rang hoch gerutscht. Doch dem Protest wurde diesmal nicht stattgegeben.


Ergebnisse:

Platz Name Nation Zeit
1 Conseslus Kipruto  KEN 8:14.12
2 Soufiane Elbakkali  MAR 8:14.49
3 Evan Jager  USA 8:15.53
4 Mahiedine Mekhissi  FRA 8:15.80
5 Stanley Kipkoech Kebenei  USA 8:21.09
6 Matthew Hughes  CAN 8:21.84 SB
7 Tesfaye Deriba  ETH 8:22.12
8 Tafese Seboka  ETH 8:23.02
9 Getnet Wale  ETH 8:25.28
10 Albert Chemutai  UGA 8:25.94
11 Ezekiel Kemboi  KEN 8:29.38
12 Jairus Kipchoge Birech  KEN 8:32.90
13 Yoann Kowal  FRA 8:34.53
14 Jacob Araptany  UGA 8:49.18
Bilal Tabti  ALG DQ





800m Männer - Überraschungssieger aus Frankreich (8.8.2017)

Der zweifache Olympiasieger und Titelverteidiger David Rudisha aus Kenia hatte kurzfristig vor den Meisterschaften seine Teilnahme am 800 Meter Lauf abgesagt. Der Kampf um den vakanten Titel endete mit einer großen Überraschung. Nicht die favorisierten Läufer aus Afrika setzten sich durch, sondern die Europäer schnappten sich drei der ersten vier Plätze. Allen voran siegte der Franzose Pierre Ambroise-Bosse in 1:44,67 Minuten und konnte es im Ziel selbst nicht fassen. Seinem langen Spurt konnte der einzig verbliebene Kenianer Kipyegon Bett (1:45,21min) zuletzt nicht mehr folgen. Seine Bronze Medaille verlor er  über den Zielstrich torkelnd fast noch an den Briten Kyle Langford. Der Pole Adam Kszczot (1:44,95 min) kam wie gewohnt auf der Zielgerade von hinten kommend noch stark auf und sicherte sich zum zweiten Mal in Folge den Vize-Weltmeistertitel.

Kszcots Taktik wird von den Kommentatoren meist übersehen oder sogar falsch interpretiert, dabei ist sie bei genauem Hinsehen logisch. Da die meisten Eliteläufer im 800 Meter Lauf die erste Runde viel zu schnell anlaufen, kann man bei optimaler gleichmäßiger Renneinteilung zunächst am Ende des Feldes auf der Innenbahn laufen. Dabei hält man sich auch aus den kraftraubenden und sturzgefährlichen Keilereien im Pulk raus. In der zweiten Runde werden die Frontläufer trotz des Spurts, soweit dieser noch geht, meistens langsamer. Wenn man nun wegen des vorsichtigeren Beginns sein Tempo hält kommt man sozusagen ganz automatisch nach vorne. Der einzige deutsche Vertreter Marc Reuther scheiterte in 1:47:78 Minuten bereits im Vorlauf.

Ergebnisse:

Platz Name Nation Zeit
1 Pierre-Ambroise Bosse  FRA 1:44.67 SB
2 Adam Kszczot  POL 1:44.95 SB
3 Kipyegon Bett  KEN 1:45.21
4 Kyle Langford  GBR 1:45.25 PB
5 Nijel Amos  BOT 1:45.83
6 Mohammed Aman  ETH 1:46.06
7 Thiago Andrè  BRA 1:46.30
8 Brandon McBride  CAN 1:47.09




3.000m Hindernis Frauen - US-Doppelsieg in Chaosrennen (11.8.2017)

Gesa Felictas KrauseDie Europameisterin und WM-Dritte von 2015 im 3.000 Meter Hindernislauf Gesa Felicitas Krause (Foto) machte in ihrem Vorlauf als Siegerin mit guter Übersicht einen sehr guten Eindruck. Die Disziplin war in der Vergangenheit eher noch entwicklungsbedürftig, aber in den letzten zwei Jahren hat sich die Leistungsdichte doch enorm verbessert. Geht man von einem durchschnittlichen Leistungsabstand der Damen zu den Männerweltrekorden im Laufen von 10 Prozent aus (siehe auch "Das große Laufbuch") aus, so müsste allerdings der Frauen 3.000m Hindernis Weltrekord eigentlich bei 8:40 Minuten stehen. Es dürfte also mit weiteren Leistungssprüngen zu rechnen sein. Es war abzuwarten wie sich Gesa Krause, eine der wenigen deutschen Spitzenläuferinnen im Finale schlagen sollte. Routine hatte die seit diesem Jahr für (meine Heimatsstadt) Trier laufende 25-Jährige mittlerweile genügend. Von ihrer Bestzeit (9:15,70min in diesem Jahr in Doha erzielt) war sie aber "nur" die Achtschnellste. Sie erwartete im Interview im Vorfeld "das schwerste Rennen ihres Lebens". Genauso wurde es auch, nur anders als gedacht.
  
Die Kenianerinnen hatten sich als Quartett qualifiziert, darunter die Titelverteidigerin
Hyvin Kiyeng Jepkemoi und die erst 18-jährige Celliphine Cheptek Chespol. Die Weltjahresbeste (8:58,78min, Eugene USA) Jugend- und U20-Weltmeisterin ist die Aufsteigerin der Saison und man durfte gespannt sein, ob sich die junge Läuferin gegen die gestandene Konkurrenz auch beim Saisonhöhepunkt durchsetzen kann. Die dritte schnelle Kenianerin Beatrice Chepkoech war in 9:00,70 Minuten in Eugene knapp hinter der jüngeren Landsfrau eingelaufen. Auf der Rechnung haben musste man eine weitere starke Kenianerin Ruth Jebet, die aber als Fremdenlegionärin für Bahrain startet. Die Weltrekordlerin (8:52,78min) und Olympiasiegerin von Rio de Janeiro ist ebenfalls erst 20 Jahre alt. Die US-Amerikanerin Emma Coburn war von ihrer Bestzeit mit 9:07,63 Minuten die schnellste Nichtafrikanerin an der Startlinie.


Pechvogel Gesa Krause stürzt

Die Kenianerinnen machten gleich zu Beginn Druck. Eine langsameres Rennen wäre vielleicht besser für Krause gewesen. Doch dann kam alles anders. Zunächst wusste die an der Spitze laufende Kenianerin Beatrice Chepkoech offenbar nicht ganz wo es lang geht, denn sie verpassten erst mal den Einlauf zum ersten Wassergraben. Statt dessen lief sie weiter in die Runde. Was für ein Chaos der Unkonzentriertheit bei einer Weltmeisterschaft! Ihren Fehler erkennend musste sie folglich umdrehen und durfte dem Feld hinterherlaufen. Bei ihren Aufholjagd stürzte dann selbige Chepkoech bei rund 800 Metern nach einem Hindernis und verwickelte die hinter ihr laufende Krause in einen Sturz. Dieses Hindernis konnte die Deutsche nicht überspringen, schlug sich dabei ihr Knie auf, bekam beim Aufrappeln einen Tritt auf den Fuß und einen Schlag gegen den  Kopf. Die deutsche Hoffnung lief nach diesem Missgeschick sichtlich benommen aussichtslos hinterher.

Vorne sorgten Ruth Jebet, Hyvin Jepkemoi und Celliphine Chespol mit den beiden US-Amerikanerinnen Emma Coburn und Courtney Frerichs für ein flottes Tempo. Die Gruppe, zu der die gestürzte und fehlgelaufene Chepkoech schon nach 1.100 Metern wieder aufschloss, hatte sich nach der Hälfte deutlich abgesetzt. Ruth Jebet sah wie die klare Dominatorin aus und diktierte das flotte Tempo in Richtung knapp über 9:00 Minuten. Gesa Krause fing sich mit großem Rückstand und schloss von hinten auf die Gruppe der bereits geschlagenen Läuferinnen auf. Vorne blieb das Tempo hoch, aber eingangs der letzten Runde waren die Afrikanerinnen keinesfalls unter sich, denn die beiden US-Amerikanerinnen gingen zusammen mit dem Kenia Duo Jepkemoi und der bereits wieder führenden Chepkoech und Bahrainerin Ruth Jebet auf die letzten 400 Meter.


Riesenüberraschung durch US-Girls!

Erstaunlich, als es auf der Gegengeraden schneller wurde, schwächelte Olympiasiegerin Jebet und die beiden Amerikanerinnen mischten im Doppelpack laufend vorne mit. Eine ganz große Überraschung! Coburn, gefolgt von Landsfrau Frerichs huschte ohne Probleme über den letzten Wassergraben, während die beiden Kenianerinnen technisch schlechter und bereits schwächelnd alleine hier zwei Meter verloren. Coburn, die Olympia-Dritte von Rio stürmte zu Gold in Meisterschaftsrekord 9:02,58 Minuten und Frerichs konnte einen letzten Angriff von Jepkemoi auf den letzten 100 Metern abwehren. Mit diesem Ausgang hatte man gerade angesichts des hohen Tempos nicht gerechnet. Emma Coburn und Courtney Frerichs sind in der ewigen Weltbestenliste nun auf Platz 6 und 7. Erstaunlich, Coburn lief fünf und Frerichs sogar über 15 Sekunden schneller als ihre bisherige Bestleistung! Damit holten die US-Männer und Frauen im Hindernislauf drei von sechs Medaillen und waren besser als die Hindernis-Nation Kenia. Genau genommen hätte man vor dem Rennen eventuell sogar mit einem "sweep" für Kenia rechnen können, soll heißen Gold, Silber und Bronze für die Kenianerinnen. Dem war aber nicht so und es zeigt sich, dass die "Weißen" wie auch über 800 Meter der Männer die Flinte gegenüber Afrika nicht ins Korn schmeissen müssen! Kenia holte mit Hyvin Jepkemoi lediglich Bronze.

Die Chaosläuferin Beatrice Chepkoech wurde, trotz Verlaufens und Sturz wie in Rio de Janeiro noch Vierte. Als unerfahren kann man die 26-Jährige nicht gerade bezeichnen. Dabei hätte die Weltmeisterin 2017 in der Cross-Staffel in London sogar gewinnen können! Das Verlaufen alleine hat sie nämlich, wenn man das Video im nachhinein genau analysiert, acht Sekunden gekostet. Genau acht Sekunden fehlten ihr später zum Sieg. Durch ihren nachfolgenden Sturz büsste sie nochmals wenigstens drei Sekunden ein. Zweimal lief sie sich wieder in die Spitze und verlor dabei natürlich schon auf dem ersten Kilometer viel Kraft. Sie lief diesen in 3:05 Minuten, aber mit wenigstens 11 Sekunden Zeitverlust bzw. Umweg, geschätzt also eigentlich in viel zu schnellen 2:54 Minuten. Die Körner fehlten ihr natürlich am Ende. Pechvogel Gesa Krause konnte einem wirklich leid tun. Sie kämpfte sich nach ihrem unverschuldeten Sturzpech über Chepkoech tapfer im Rahmen der verbliebenen Möglichkeiten noch auf einen für sie natürlich enttäuschenden 9. Platz vor. Wirklich schade! Gerade auf das Rennen und Gesa Krauses Abschneiden hatte ich mich besonders gefreut.


Ergebnisse:

Platz Name Nation Zeit
1 Emma Coburn  USA 9:02.58 CR
2 Courtney Frerichs  USA 9:03.77 PB
3 Hyvin Kiyeng Jepkemoi  KEN 9:04.03
4 Beatrice Chepkoech  KEN 9:10.45
5 Ruth Jebet  BRN 9:13.96
6 Celliphine Chepteek Chespol  KEN 9:15.04
7 Etenesh Diro  ETH 9:22.46
8 Winfred Mutile Yavi  BRN 9:22.67 PB
9 Gesa Felicitas Krause  GER 9:23.87
10 Purity Cherotich Kirui  KEN 9:25.62
11 Belén Casetta  ARG 9:25.99 AR
12 Genevieve LaCaze  AUS 9:26.25 SB
13 Geneviève Lalonde  CAN 9:29.99 NR
Aisha Praught  JAM DQ
Birtukan Fente  ETH DNS
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