Laufmagazin - Doping
Nachrichten und kritische Kommentare zum Ausdauer- und Spritzensport

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Natural Power! Popeye setzt auf Spinat, statt Pharma und Chemie!

Doping - das düstere Kapitel beim Laufen, Radfahren, Ausdauersport
Copyright für alle Beiträge und Fotos: Herbert Steffny
natürlich können Sie hierhin verlinken!

Gehaltvolle Doping-Worte...:

  • "Ich kenne unsere Tests. Da ist es nahezu unmöglich, etwas Verbotenes zu machen."
    (Doping-positiver Patrik Sinkewitz im Interview vor der Tour de France 2007)
  • "Ist ein Wonderbra nicht auch schon Doping? Du täuschst vor, was du nicht hast."(Stabhochspringer Tim Lobinger aus seinem ganz speziellen Blickwinkel)
  • "Ich verhindere, dass die Radprofis an Blutarmut erkranken" (Dr. Eufemiano Fuentes, dem es offenbar nur um die Gesundheit der Sportler ging...)
  • "Wer immer noch nicht eins und eins zusammenzählen kann, was im Radsport los war, dem kann ich nicht helfen." (Jan Ullrich in Sport-Bild zur Radsportvergangenheit)
  • "Ich denke, dass alle, die da mitfahren, sauber sind. Und zwar deswegen, weil die Kontrollen so umfassend sind. Deswegen sage ich: Der Radsport ist eine der saubersten Sportarten, weil es so viele Kontrollen gibt." (nochmals Jan Ullrich in Eurosport/Yahoo Interview zur Tour de France 2009)
Doping Spritzensport - Foto Copyright: www.herbertsteffny.de
Spritzensport?
Soll ein Jugendlicher fragen:
"
Was soll ich trainieren?"
oder:
"Was soll ich schlucken?"
Foto, Copyright: H.Steffny

Späte Einsicht - Irischer Marathonläufer Martin Fagan mit EPO erwischt (17.1.2012)
Der irische Marathonläufer und Halbmarathonrekordler (60:57 Minuten) Martin Fagan wurde bei einem Trainingslager in Tuscon/Arizona  bei einer unangemeldeten Trainingskontrolle der EPO-Einnahme (Blutbildung stimulierendes Hormon Erythropoietin) überführt. Dafür bekam er jetzt eine zweijährige Sperre. Der in den USA lebende 28-jährige Olympiakandidat ist anders als viele andere Überführte geständig und machte Angaben zu den näheren Umständen und seiner persönlichen Situation in einem Bericht in den Irish Times am 16.1.2012:

Er habe sich das EPO im Internet bestellt und nur einmal im Dezember gespritzt. Vorher habe er nie etwas genommen. Die Kontrolle war gleich am nächsten Tag. „Er habe die Gesundheit dem Lebensunterhalt hinten angestellt.“ So der Reumütige, der sich 2008 beim Dubai Marathon mit einer Leistung von 2:14:06 Stunden für die Olympischen Spiele in Peking qualifizierte. In Peking stieg er nach der Hälfte mit Achillessehnenbeschwerden aus. Danach sei er von Verletzungsproblemen, finanziellen Sorgen und Depressionen geplagt gewesen. In den nächsten Jahren sei er bei drei weiteren Marathons ausgestiegen, zuletzt im Oktober in Chicago, wo er eine Meile vor dem Ziel auf Kurs 2:14 Stunden kollabierte. Das hieß für ihn kein Geld, keine Qualifikation und niemand hätte es interessiert: nur ein DNF ("did not finish") hinter seinem Namen. Finanziell am Ende und weiter von Lebenskrisen geplagt, endete auch die Beziehung mit seiner Freundin. Er nahm Schlafmittel und Anti-Depressiva.

Eines Nachts habe er dann unter „How to take EPO“ gesurft und sich von irgendeiner europäischen Website das billigste Mittel ein Generikum geordert. Die Zwei-Wochen-Kur „Made in Taiwan“ für US $ 500 kam eine Woche später. Es war eine komplett irrationale Entscheidung und ihm war bewusst, das man damit leicht erwischt werden kann. Er war zu der Zeit schon unter Beobachtung, denn 2007 hatte er einen Dopingtest verpasst. Jüngst forderte der irische Verband ihn auf, seine Aufenthaltsorte in den USA transparenter wiederzugeben und zu aktualisieren. Als er sich dann Anfang Dezember die erste Spritze setzte, bekam er noch am gleichen Tag einen Anruf von der World Anti-Doping Agency (WADA). Der irische Verband habe einen Test angefordert. “Ich habe einen schrecklichen Fehler gemacht, der mich meine Karriere kostete. Ich möchte mich bei den anderen Athleten, für das was ich getan habe entschuldigen.”


Marathon-Supermäuse - Manipulation auch bei Menschen möglich? (11.11.2011)

Das stimmt nachdenklich: Durch Veränderungen an dem Molekül NCoR1 in der Muskulatur haben Forscher der École Polytechnique Fédérale de Lausanne bei Mäusen Ausdauer und Kraft deutlich erhöht. Das Molekül wirke als sogenannter Transkriptionsfaktor der normalerweise als Hemmstoff für die Herstellung von Eiweissen gilt, berichten sie im Fachmagazin "Cell". Schalte man diesen Stoff mittels Genmanipulation aus, entwickele sich das Muskelgewebe viel effizienter. Die Muskelfasern waren dichter und die Muskeln insgesamt größer, wie die Forscher berichten. Die einzelnen Muskelzellen hätten zudem mehr Mitochondrien, den "Kraftwerken" der Zelle enthalten, wodurch den Muskelzellen mehr Energie zur Verfügung steht. Die manipulierten Mäuse seien schneller und zweimal so weit gerannt, bevor sie Zeichen von Erschöpfung zeigten. „Wir haben die Mäuse damit zu Super-Marathon-Mäusen gemacht“, sagt Studienleiter Johan Auwerx. Negative Nebenwirkungen habe man nicht beobachtet, zudem habe man den Effekt auch bei Fadenwürmern (Nematoden) festgestellt, so die Forscher. Er sei wahrscheinlich auch beim Menschen vorhanden. Sollte sich dieser Effekt beim Menschen bestätigen, eröffne er vielversprechende Möglichkeiten für die Medizin, so die Wissenschaftler. Man sei bereits auf der Suche nach einem Wirkstoff, mit dem sich das hemmende Molekül durch Genmanipulation gezielt dämpfen oder ausschalten lässt. „Man könnte dieses Mittel nutzen, um Muskelschwäche bei älteren Menschen oder erblich bedingtem Muskelschwund zu bekämpfen“, sagt Auwerx. Die Forscher sehen allerdings auch die Gefahr, dass ein solches Medikament zu Dopingzwecken missbraucht werden könnte.

In einer zweiten Studie im gleichen Fachmagazin "Cell" wirkte ein Ausschalten des Hemmstoffs NCoR1 in Fettzellen von Mäusen, dass diese auch bei Übergewicht keine Anzeichen für Diabetes und andere Folgekrankheiten zeigten. „Die Zellen der Mäuse reagierten sensibler auf Insulin“, sagt der Leiter dieser Studie, Jerrold Olefsky von der University of California in San Diego. Das habe den gleichen Effekt wie gängige Medikamente (Thiazolidindione) gegen Alters-Diabetes, aber ohne deren Nebenwirkungen.


Marokkanische Läufer des Dopings überführt
(24.10.2011)

Wie der Internationale Leichtathletik Verband heute mitteilte wurden die beiden marokkanischen Läufer Fouad El Kaam und Aziz Lahbabi des Dopings überführt. Erster ist ein 1.500 Meter Läufer, der in diesem Jahr 3:34,01 Minuten in Rabat (Marokko) lief. Letzterer ist erst 20 Jahre alt und lief ebenfalls in diesem Jahr in Rabat die 5.000 Meter in 13:13,68 Minuten. Beide wurde positiv auf die Substanz Methylhexanamin getestet. Es handelt sich dabei um ein Stimulanz, das in den letzten Jahren vielen Nahrungsergänzungsmitteln illegal zugesetzt wurde. Die beiden Läufer wurden für ein halbes Jahr bis zum 3.Januar 2012 gesperrt. Diese Sperre dürfte wohl kaum weh tun, da alle wichtigen Wettkämpfe, auch die in der Halle, erst danach stattfinden.


EPO-Doping: Brasilianerin Simone Alves da Silva gesperrt (15.10.2011)

Die Langstreckenläuferin Simone Alves da Silva (Brasilien) ist wegen Dopings gesperrt worden. Ihr wurde EPO nachgewiesen. Von den Panamerikanischen Spielen in Guadalajara (Mexiko) wurde sie ausgeschlossen. Die 27-Jährige hatte in diesem Sommer über 5.000 Meter (15:18,85 min) und 10.000 Meter (31:16,56 min) Landesrekorde aufgestellt.

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